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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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Mark Brandenburg unter den Luxemburgern. 159

seiner besondern Güte damals überall in Schlesien so häufiggetrunken, daß fast jede Stadt einen sogenannten schweidnitzerBierkeller hatte, in welchem es allein ausgeschenkt werdendurste, was der Kammereikasse nicht unbedeutende Einkünfteabwarf. Nun hatten die Städte seit langer Zeit fortwährendStreit mit den Geistlichen, welche wegen ihrer anderweitigengroßen Privilegien auch das Recht Bier auszuschenken in An-spruch nahmen, was die Städte wegen ihrer eigenen Schenk-gerechtigkeit innerhalb des Bezirks einer Meile nicht nachge-ben wollten. Die Breslauer verboten daher bei schwererStrafe, daß den Geistlichen Bier zugeführt würde, und zogeneinen Fuhrmann gefänglich ein, welcher ein Fuder schweidni-tzer Biers, ein Geschenk Herzog Ruprechts von Liegnitz anseinen Bruder, den breslaucr Domdechant Heinrich, auf denDom bringen wollte; das Bier nahmen sie weg. Der Ad-ministrator des Bisthums, Wenzel, Bischof von Lebus, belegtedaraus, mit Einstimmung des Domcapitcls, die Städte mitdem Jnterdicte. Als nun König Wenzel, um die Huldigung § 7 . Jun.einzunehmen, nach Breslau kam, verlangte er die Haltung des 1381Gottesdienstes während seiner Anwesenheit und versprach denBierstreit rechtlich zu untersuchen und zu entscheiden. DieGeistlichkeit verweigerte die Aushebung des Jnterdicts vor er-haltener Gcnugthuung. Hierauf ließ der König den Augu-stiner-Abt des Marienstists mit mehreren seiner Mönche ge-fangen setzen; die übrigen, wie der Abt des Vincenzstistes unddessen Mönche, flüchteten nach Polen. Der König ließ diesesKloster, dann die Wohnungen der Domherren, die auch ge-flüchtet waren, plündern; Thüren und Fenster wurden zerschla-gen, Gold, Silber, Kleinodien, Hausrath und Kostbarkeitenjeder Art geraubt. Der König nahm das Beste für sich.

Spott und Frevel jeder Art wurde getrieben. Die Böhmenzogen in den Kleidern der Geistlichen und deren Meßgewän-dern singend in Proccssion in der Stadt umher. Der Könignahm alle Einkünfte des Bischofs und des Capitels in Städ-ten und Dörfern an sich, ließ das Bich von den geistlichenGütern verkaufen und drohcte diese ganz einzuziehn. DerAdministrator und die Domherren mussten ihn noch durchgroße Geschenke besänftigen und auf allen Ersatz des Scha-