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Buch II Fünftes Hauptstück.
schäften, die Städte, der Adel, Alles in feindlicher und krie-gerischer Thätigkeit, und der Handel, die Quelle der Reichthü-mer, ist der bunte Faden, der sich durch das Gewirre des Le-bens zieht und nur zu oft blutig-roth gefärbt wird.
Die Fürsten schwanken wohl. Zieht sie Geburt, Standund Erziehung zum Adel hin, so trotzt dieser doch auch ihnen,und sie begünstigen nun die Städte, um ihre Fürsten-Machtzu retten. Trotzig aber wehrt auch der Bürger die Eingriffeab, welche der Fürst in die Freiheiten der Städte wagt, auchbei ihnen wecken Kraft und Rcichthum bald den Übermuth.Während im Süden und Westen Deutschlands der Adel sichgegen die Städte in Gesellschaften vereinigte, welche ihrenNamen von mancherlei Sinnbildern, dem Löwen, den Wecken,dem Einhorn, dem Esel und anderen mehr hernahmen, sostanden in unseren Ländern mehr einzelne, durch Erbgut,Pfandschasten und Familien - Verbindungen mächtige Häuseran der Spitze derjenigen Adeligen, welche sich zur Beraubungder Kauslcute, Befehdung der Städte, Plünderung und Be-schatzung des Landmanns zusammenthatcn, obgleich auch vielewackere Edelleute sich im Verein mit den Städten ihnen öfterswidersetzten.
In der Mark erhoben sich vor allen übrigen die Gebrü-der Quitzow, Johann und Dietrich, die Söhne des Kuno vonQuitzow auf Quitzhöfel bei Werben in der Altmark, des altenhöflichen Ritters, wie ihn der Chronist nennt. Johann hei-rathete die Tochter des Landes-Hauptmanns der Mittelmark,Lippolds von Bredow und erhielt mit ihr das Schloß Plaue,wurde dann Statthalter an seines Schwiegervaters Stelle undbekam nach dessen Tode auch das Schloß Kremmen. Er be-1401 gann sogleich damit, daß er, in Verbindung mit den magdcbur-gischen Vasallen, der Stadt Brandenburg dreihundert Schweinevom Anger raubte. Die lauten vielfachen Klagen der Städteüber die Gewaltthätigkcitcn des Adels weckten endlich den Mark-grafen Jost, der über die thätige Theilnahme an den Fami-lien-Streitigkeiten seines Hauses die Mark fast zu vergessenschien.
Dem Unwesen der Räubereien war die Uneinigkeit derbenachbarten Fürsten und ihre Schwäche gegen die Macht des