Mark Brandenburg unter den Luxemburgern. 153
vergalten das durch Raubzüge, Mord und Brand im Magde-burgischen, doch ihnen war damit nicht geholfen.
Obgleich nachher der Erzbischof Frieden mit der Mark 1396schloß, so befehdeten dennoch seine Vasallen aus ihren Schlös-sern die Stadt Brandenburg. Denn während dieser Unruhen 1399hatte sich der räuberische Adel in der Mark, zugleich in Pom-mern und Mcklenburg erhoben. Es war nicht mehr jene rit-terliche Zeit, in welcher etwa wegen einer Ehren- oder Rechts-Verletzung der Ritter seinem Gegner absagte und ihn fehde-rechtlich angriff, um Genugthuung zu erzwingen oder Rachezu nehmen, sondern der Adel dieser Gegenden war zum gro-ßen Theile verarmt, beneidete den Rcichthum der Städte, welcheschon frei und keck einhertraten und sich den Gcwaltthätigkci-ten des Adels widersctzten. Dieser, ein Feind jeder bürgerli-chen Thätigkeit, wollte ärndten, ohne zu säen. Er lauertemit seinen wilden Kriegsgefahren auf seinen Burgen an denHeerstraßen, im Hinterhalte aus die mit Waaren beladenenWagen der wehrlosen Kaufleute, bemächtigte sich ihrer oderbefehdete unter nichtswürdigen Vorwänden die Städte öffent-lich, trieb ihre Viehheerden weg, plünderte ihre Dörfer, schlepptedie gefangenen Bürger in Fesseln mit sich fort. Jubelnd zie-hen die wilden Genossen heim und verprassen die Früchte desFlcisscs und der Betriebsamkeit der Städte. In finsteren Ker-kern müssen die gefangenen Bürger schmachten und mit Mar-tern jeder Art geängstigt, durch hohes Lösegeld ihre Freiheiterkaufen. Die ohnmächtigen Fürsten gewähren keinen Schutzmehr. Da rüsten die Bürger selbst, sie nehmen auch adeligeSöldner an, der dumpfe Klang der Sturmglocke mahnt sieaus, Waffen - Geräusch hallt in den sonst friedlichen Gassen,gerüstet und geschaart ziehen sie aus, das Banner fliegt hoch,umgeben von den besten Jünglingen voran, zur Schlacht, zumSturme, die Burgen hinan, Sturm auf Sturm, die Mauernwerden erstiegen, sie stürzen gebrochen in das Thal hinab; undnun ziehen auch die Bürger jubelnd heim, sich ihrer Thatcnfreuend. Die mächtige Ritterschaft drohet Rache; die Städteverbünden sich, ihren Handel zu schützen, der Adel, um seinaltes Recht zu behaupten; bald stehen Heere gegeneinander,wo sonst kleine Haufen fochten. Die Einzelnen, die Genossen-