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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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Mark Brandenburg unter den Luxemburgern. 155

Adels sehr günstig. Durch Landfriedens-Einigungen, die nurauf kurze Zeit abgeschlossen wurden, und durch einzelne strengeStrafen war das Übel nicht auszurotten. Dies wurde nochschwerer bei dem häufigen Wechsel der Statthalter aller, undder Hauptleute in den einzelnen Marken, sowie der nur kur-zen Anwesenheit des Markgrafen selbst.

Daher konnte es denn geschehen, daß fast unter den Au-gen des Markgrafen Jost, als er in Perleberg mit den meklen-1399burgischen Fürsten einen sechsjährigen Land-Frieden abschloß,der Raub-Adel, der in dem Städtchen Lenzen an der Elbeund in der Umgegend saß, eine mcklenburgische eben erst an-gelegte Burg in der Nähe angriff und zerstörte. Nun erober-ten zwar die meklenburgischen Fürsten Lenzen nebst vier an-deren benachbarten Burgen und liessen die Räuber aufhängcn,doch bald daraus siel Herzog Ulrich von Meklenburg-Stargard 1402selbst in die Mark ein und verbrannte Strausberg. Jost söhntesich indessen mit ihm aus und setzte ihn und dessen BruderJohann zu Statthaltern über die Priegnitz; allein nun verei-nigten sich die meklenburger Fürsten von Schwerin, Güstrowund Waren mit dem Herzoge von Pommern, den Grasen vonLindau und Ruppin, und Dietrich von Quitzow, verheertendie Mark und zerstörten Strausberg so, daß es sich nach hun-dert Jahren noch nicht wieder erholen konnte. Der Erzbischofvon Magdeburg überzog das Havelland. Mit ihm hielt esHans von Quitzow heimlich. Demnach thaten sich die Städteund einige Wohlgesinnte vom Adel, unter ihnen die Mann-teufel und Schrieben, zusammen, wehrten sich tapfer und nah-men den Dietrich von Quitzow gefangen. Der Markgraf setztenun die Grafen Heinrich und Günther von Schwarzburg, die 1403Brüder des Erzbischofs von Magdeburg, zu obersten Verwe-sern über die Marken und ließ den Dietrich von Quitzow frei.Dieser fand sogleich wieder Helfershelfer unter dem Adel, dieTreskows, die Neucndorfe und Andere, welche so ehrvergessenwaren, daß sie eidliche und schriftliche Friedens- und Lösungs-Zusagen, wenn sie etwa in die Hände der Städte gefallenwaren, für Nichts achteten. Der Statthalter, Graf Günther,selbst, als er bei Tangermünde über die Elbe gehen wollte undsein Gepäck bereits hatte übersetzen lassen, musste ja zusehen,