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Buch H. Erstes Hauptstück.
Herzog nur eines Thcils von Ober-Bestem in offener Feind-schaft mit seinem Bruder, dem Pfalzgrafen Rudolf und derPartei die für Östreich war, konnte sich Ludwig, rücksichtlichseiner Hausmacht, mit vielen anderen Reichsfürsten kaum inVergleich stellen. Hierzu kam, daß Herzog Rudolf von Sach-sen auf der Seite Ostreichs war und durch Erwerbung Bran-denburgs in den Besitz zweier Kurwürdcn und einer Macht ge-kommen sein würde, welche dem Oberhaupte des Reichs ge-fährlich scheinen muffte. Nachdem daher König Ludwig auf
März dem Reichstage zu Nürnberg die Einwilligung der Reichsfür-
1323 stcn erhalten hatte, belehnte er seinen ältesten achtjährigen SohnL4. Juni Ludwig feierlich mit der Rcichs-Erzkämmerer-Würdc, der Mark
1324 Brandenburg und der Lausitz, den Herzogthümern Stettin und, Dcmnstn, dem Lande Stargard, der Grafschaft Wernigerode
nebst allen den Graf- und Herrschaften, welche Waldemar ehe-mals besessen hatte, und wies an denselben alle Einwohner die-ser Länder. Da sich voraussehen ließ, daß die Nachbaren derMark Brandenburg nicht gutwillig aus dem Besitze dessen wei-chen würden, was sie an sich gerissen hatten, so verlobte erseinen Sohn mit der Tochter König Christophs von Dänemark,seine Tochter Mathilde mit dem zwölfjährigen Markgrafen Fried-rich dem Ernsthaften von Meissen, der dagegen seine bisherigeBraut, Jutta, die Tochter König Johanns von Böhmen, welchebereits seit einem Jahre auf der Wartburg war, ihrem Vaterzurückschickte, was die Böhmen nicht wenig verdroß.
Graf Bcrthold von Henneberg, ein in Staatsgeschäftenvielfach erfahrener Herr, Gras Bernhard von Mansfeld undMarkgraf Friedrich von Meissen wurden zu Vormündern desjungen Ludwig ernannt und so das Geschick der Mark Bran-denburg mit dem Kaiser Ludwigs eng verknüpft. Mit der An-kunft des neuen Markgrafen räumten Herzog Rudolf von Sach-sen und Heinrich von Mecklenburg fast Alles was sie einge-nommen hatten; diesem wurde ein Theil der Priegnitz, jenembald nachher die Nieder-Lausitz, dem Erzbischöfe von Magde-burg die Städte Jerichow und Plaue und dem Grafen Hein-rich von Schwerin Lenzen und Dömitz verpfändet. Die Städtedes Landes wurden gewonnen durch Bestätigung und Vermeh-rung ihrer Freiheiten und Rechte. Herzog Otto von Braun-