Brandenburgs Zerrüttung.
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dieser allgemeinen Zerrüttung schlossen ein und zwanzig Städte S4. Augustder Marken und Lauschen einen Bund zur Behauptung der 1321öffentlichen Ruhe und bezeugten, daß sie dem Herzoge Rudolfvon Sachsen gehuldigt hatten und bei ihm bleiben wollten.
Rudolf sah sich als Herrn der Mark an und wurde in seinerUnternehmung begünstigt durch die doppelte Königswahl, welchedamals Deutschland zwischen Ludwig dem Baicr und Friedrichvon Ostreich spaltete. Kaum aber hatte der Sieg bei Ampsing 1322Ludwig von Baiern die Oberhand über seinen Mitbewerberverschafft, als das Schicksal Brandenburgs eine andere Wen-dung nahm.
Seitdem, wie wir bereits erwähnt haben, die deutschenReichsfürstcn fast unabhängig vom Kaiser geworden waren,suchten sie meistens weniger was dem Reiche als was ihnenselbst nützlich zu sein schien. Daher licsscn sich auch die Kur-fürsten zur Wahl eines Königs hauptsächlich durch die beson-deren Vorthcile bestimmen, welche ihnen geboten wurden, undvermieden soviel es sein konnte einen Fürsten zu erheben, des-sen Hausmacht ihnen hätte gefährlich werden, der wohl gar hätteauf den Gedanken kommen können, das alte Anschn seiner Vor-gänger herzustellcn. Die erste weltliche Würde der abendlän-dischen Christenheit wurde auf diese Weise oft förmlich feilge-botcn und die Säulen des Reichs, die Kurfürsten, verkauftenihre Stimmen dem Meistbietenden. Die auf solche Art ge-wählten Könige mussten nun einerseits den mächtigeren Für-sten Vieles Nachsehen und Alles aufbicten deren Ansprüchezu befriedigen; andererseits war es natürlich, daß sie sich soschimpflicher Fesseln zu entledigen und eine höhere Selbststän-digkeit zu erringen suchten. Dies konnten sie am besten durchVermehrung ihrer Hausmacht erreichen, weshalb sic diese aufjede Weise zu vergrößern strebten. Zwar gelang das dem Ru-dolf von Habsburg und dem Heinrich von Luxemburg, alleinunter Adolf von Nassau und Albrecht von Ostreich wurde da-durch das Reich auf das heftigste erschüttert. Nachdem nunLudwig seinen Mitbewerber um die Krone, den Herzog Fried-rich von Ostreich, besiegt und gefangen genommen hatte, schluger denselben Weg ein, den seine Vorgänger im Reiche, zumLhcile wenigstens, mit glücklichem Erfolge betreten hatten. Als
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