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Übersicht der inneren Verhältnisse.
del hemmten, von den Städten häufig abgekauft oder densel-ben erlassen wurden, wie säst allen pommcrschcn Städten ge-schah. Die Fürsten hatten für den Augenblick der Landcsge-fahr einen Zufluchtsort in den Städten, die bald mit Ring-mauern umgeben und von der gerüsteten Bürgerschaft verthci-digt wurden. So breiteten sich die städtischen Einrichtungennach deutscher Art, vorzüglich seit dem Ende des zwölften unddem dreizehnten Jahrhunderte, durch die Marken, Schlesien, Po-len, Pommern und Preussen aus. Das deutsche Bürgerthumherrschte hier überall vor über die etwaigen slavischen Beimi-schungen, vor denen sich die Deutschen möglichst zu bewahrensuchten, indem sie keine Slaven in ihre Innungen aufnah-men, ja sie verdrängten wo sie es nur vermochten. Diesedeutschen städtischen Einrichtungen standen mit dem slavischenLeben durchaus im Widerspruche. Sobald sich nur die Deut-schen festgesetzt hatten, mussten ihnen die Slaven weichen. InStettin, wo sie bereits 1187 zahlreich waren und eine eigeneKirche hatten, baueten sie die obere Stadt an, welche zurHauptstadt erwuchs, während die Slaven (1222) aus ihr völligverdrängt wurden und nun allein die untere Stadt bewohn-ten, welche zur Vorstadt wurde. Es ist höchst wahrscheinlich,daß dies in Breslau und in anderen Städten ebenso geschah,und wahrscheinlich stammen hier die nun freilich längst deutschgewordenen Bewohner der Vorstädte, welche Gemüse- und Gar-ten-Bau treiben und seit Jahrhunderten in Behauptung alterSitten, Tracht, Gebräuche und Vcrhcirathung untereinanderzusammengchalten haben, ursprünglich von den eingebornenSlaven ab, welche ohnedies früh im Gemüsebau erfahren wa-ren. Fast alle deutsche Städte in unseren Ländern wurdenbis gegen die Mitte des vierzehnten Jahrhunderts gegründet >).
Indem sich die Mannichfaltigkeit neuer Verhältnisse mitjedem Tage vervielfältigte, wurden immerfort neue Einrich-tungen und rechtliche Bestimmungen nöthig. Die Form deralten Gerichtsverfassung erleichterte und gestattete das. Die
1) Über die Gründung der schlesischen Städte wird in kurzer Zeiteine aus archivalischen Quellen geschöpfte Abhandlung mit einem Urkun-denbuche erscheinen.