78
Buch I. Achtes Haupt stück.
falle, einen Anthcil von den Kramladen, Fleisch-, Schuh-,Brod-Bänkcn, dem Schlachthofe, den Grund- und Markt-Zinsenund Zollen und den zur Stadt gehörigen Ackern, nebst ver-schiedenen anderweitigen Nutzungen nach der Lage des Orts,als Wald, Jagd, Wiesen, Garten, Trift, das Recht Walk-,Mahl-, Loh-Mühlen und Badstuben anzulegen. Alles zur VogteiGehörige besaß er als freies, theilbarcs, erbliches Eigcnthum,doch war er von der Vogtei wegen Lehn- und Dienstmann desGrundherrn, sammelte die Grundzinsen für denselben ein undüberlieferte sie ihm. Die Stadtgemeinde und deren einzelneBürger waren durchaus persönlich frei, erhielten bei der erstenAnlage des Orts für mehrere Jahre Befreiung von allen öf-fentlichen Lasten nebst mancherlei anderweitigen Unterstützungen,zum Anbauc eine Anzahl von Zinshufen Ackers, Wiesen, Dör-fer in der Nachbarschaft, Wald, Trist, Stcinbrüche, fernerMarkt-, Mühl-, Malz-, Brau- und Schank-Gerechtigkeit, so-gleich oder wenigstens bald nachher die Bannmeile, das heisst,das Recht, daß innerhalb einer Meile rings um die Stadt keinBier ausser dem Stadt-Biere verschenkt und kein Handwerkerangesetzt werden durfte. Zur Verwaltung der Polizei undMarktsachcn und des Gcmeindeguts wählten die Bürger denMagistrat (oonsules). Erst die städtischen Einrichtungen führ-ten zur polizeilichen Beaufsichtigung besonders der Gewerke undInnungen, die sich sogleich bei Gründung der Städte oderbald darauf bildeten und durch Vcrtheilung der einzelnen Zweigeder Arbeit Vervollkommnung in Verfertigung der verschiede-nen Gegenstände ihrer Thätigkeit bewirkten. Die meisten Ein-künfte des Herrn der Stadt, gewöhnlich des Landesherrn, be-standen in den Erb- und Grund-Zinsen von den Hausplätzenund den ihm gehörigen Fleisch-, Schuh-, Brod-Bänken, von denÄckern und Grundstücken, die zur Stadt gehörten, ferner inden Marktzinsen, in dem Ertrage des Schlachthofs, des Schrot-amts oder des Bier-Verlags im Ganzen und anderen kleinenGefällen. Die Städte boten Raum für jede Thätigkeit, Si-cherheit für deren Ergebnisse, die Märkte gewährten Absatz undförderten den Kleinhandel, die Wurzel und Blüthe des Groß-handels. So stieg der Ertrag der Zölle, welche von den Für-sten bald in das Unendliche vervielfältigt und weil sie den Han-