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Buch I. Achtes Hauptstück.
Menge von Einwanderern erfüllte seit dem zwölften und drei-zehnten Jahrhunderte bald die Marken, die Lausitzen, Schle-sien, -Pommern, Rügen und Prcusscn. Besonders waren dievon deutschen Mönchen bewohnten Klöster, die von ihren sla-vischen Dörfern wenig Nutzen zogen, darauf bedacht deutscheund flämische Kolonisten anzusiedcln und diesen Brüche undWälder zur Urbarmachung zu übergeben.
Die durch alle Thcile der Länder zerstreuten Dörfer freierBauern mussten auf den Zustand der übrigen Landcsbcwohnerdurch bessere Bewirthschaftung.des Bodens wirken. Aufmerk-sam gemacht durch den reichlichen Ertrag dieser neuen Anla-gen, gaben Fürsten und Adel auch ihren slavischen Leibeigenenzuweilen dieselben Rechte und Freiheiten wie den deutschenAnsiedlern. Wiele ursprünglich deutsche, auch slavische Leibei-gene mögen als Kolonisten ihre Freiheit errungen und durchVerjährung behauptet haben. Als in der Mitte des vierzehn-ten Jahrhunderts Kaiser Karl IV. die Dörser des FürstenthumsBreslau verzeichnen ließ, fand sich unter ihnen nur noch EinDorf nach polnischem Rechte.
So veränderte sich nach und nach der Anblick des veröde-ten Landes. Moore und Brüche wurden ausgetrocknet, Wäl-der ausgerodet und urbar gemacht. Die Ansiedler brachten denschweren deutschen Pflug, der nun neben dem leichten slavi-schcn Haken die Felder durchfurchte, sie brachten die Weinrebe,welche mühsam gedeihet, nach Pommern schon der heilige Otto.Der Gebrauch des Weins beim heiligen Sacramente bewirkteden Anbau desselben im dreizehnten Jahrhunderte in den Mar-ken, in Schlesien und selbst Prcusscn, später verfiel er; siebrachten den Krapp, den Hopfen und andere Pflanzen fürdas Bedürfniß oder den Genuß des Lebens.
Viele slavische Namen der Ortschaften verschwanden undwurden mit deutschen vertauscht, häufig mit dem Namen desGrundherrn; bei andern siegte die alte Gewohnheit und be-hauptete den ursprünglichen Namen, andere wurden in beidenSprachen verschieden genannt. Schon dreissig Jahre nach derStiftung des Mathiashospitals in Breslau bezeugte Herzog Hein-rich IV. von Breslau (1283), um Streitigkeiten vorzubeugen,daß sich seitdem die slavischen Namen der Dörfer des Stifts