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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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Übersicht der inneren Verhältnisse,

heit, nur von seines Gleichen gerichtet zu werden, das vomFürsten bis zum Bauer herabging und sich durch Dorf-, Stadt-und Land-Gerichte von den niedrigsten bis zu den höchsten Sa-chen hindurchzog, schützte Jeden vor Unterdrückung an Gc-richtsstellc und erhielt den Geist des öffentlichen Lebens frisch.Eben weil eine solche Gerichtsverfassung den slavischen Völkernganz fremd war, wählten auch die Prcufscn (1249) im Frie-den, als es ihnen frcigcstcllt wurde, nicht das deutsche, son-dern das polnische Rcchtsverfahrcn.

Die Lander zwischen der Elbe und dem Niemen warennun durch vicljährigc furchtbare Kriege verheert, große frucht-bare Striche zur Einöde geworden, Tagereisen lange Wäldervoll zahlreichen Wildes bedeckten das Land. Die alten herr-lichen Stämme sterben, faulen, stürzen um, düngen den Bo-den, und jüngere Bäume schlagen ihre Wurzeln in die fetteErde und haben gleiches Schicksal, die Wiesen grünen, derFluß und See bietet seine fischreichen Gewässer, cs ist Allesohne Werth, Nichts gilt ohne den Menschen. Die Bedürf-nisse der Fürsten mehren sich, sie suchen den Ertrag der Län-der zu erhöhen, die ihnen unbewohnt Nichts bringen. Siesollen Bewohner erhalten, es werden Deutsche gerufen. Aberwelcher Deutsche wird ohne die höchste Noth in die Länderder Slavcn wandern, wo Sprache, Sitte, Recht, Freiheit,Alles anders ist als in Deutschland? wo ihn der Eingebornehasst? Leibeigen, wie der Pole, kann er in seiner Heimathsein, wozu auszichen in die Fremde? Sie werden frei seinwie in Deutschland und beschützt und begünstigt; sie kommen.

Gewiß nicht vergeblich hatten bereits im Anfänge deszwölften Jahrhunderts die Begleiter des heiligen Otto, als erdie Pommern bekehrte, Nachricht von dem Lande gegeben, wo,so sagten sie, Milch und Honig flieste und dem nur der Weinmangele, um es nicht allen anderen vorzuziehen. Hierzu kamdie Herrschaft der Deutschen in der Mark Brandenburg, dannin Prcussen, die Vermählung vieler slavischen Herzoge in Po-len, Schlesien und Pommern mit deutschen Fürstentöchtcrn,die Einwanderung von Mönchen verschiedener Orden aus Deutsch-land, Friesland, Flandern, das häufige Bedürfniß deutscherHülse bei inneren Krigen, endlich die Macht einer doch schon