5g Buch l. Siebentes Hauptstück.
worden, so tummelten sie sich mit jugendlichem Muthe zurBehauptung ihrer Rechte, wie um Freunde zu schützen, inmehrjährigen Fehden mit den Bischöfen von Magdeburg und Hal-berstadt und dem Markgrafen von Meissen herum, und fochtenzuletzt Alles mit großer Anstrengung und ritterlicher Tapferkeitsiegreich aus. Es waren aber auch treue Brüder, die wacker zu-sammcnhiclten; Einer deckte den Andern, keine Eifersucht, Alles,Kampf und Ruhm gemeinschaftlich. Auch ihr Freund undSchwager Otto von Braunschwcig, der erste Herzog des Lan-des, vergalt den Jünglingen dankbar die Hülfe, welche sieihm so hochherzig in dcr Noth geleistet hatten, als ihnen das-selbe begegnete. Sie hielten zugleich treu an dem KaiserFriedrich II. in dessen Kampfe mit den Päpsten, und gestat-teten in ihrem Lande nicht Bannbullen gegen ihn bekannt zumachen. Immer auf das Wesentliche bedacht, behaupteten sie,so fromm auch besonders Otto war, durch Vertrag ihr Rechtdie Archidiakone zu präscntircn und den Besitz des Zehnteneines großen Theils der Mittclmark, während sie dem Bischöfevon Brandenburg das leere Eigenthum desselben licssen.
In der Lausitz hatte Otto für den Brautschatz seiner Ge-mahlin Beatrix von deren Vater, dem Könige Wenzel vonBöhmen, die Städte und Landschaften Bauzen, Görlitz, Lö-bau und Lauban erhalten, Ruhland und Kamenz gehörte denMarkgrafen bereits als Mitgabe ihrer Mutter Mathilde vonMeissen. So suchten sie sich nun besonders östlich mehr aus-zudehncn. Ihres Vaters Herrschaft hatte erst die Oder beiOdcrbcrg erreicht, die Uckermark gehörte zu Pommern, dasLand Lcbus am rechten Spreeufcr, von Friedland bis überFürstenwalde, dann zur Lücknitz und Stöber zu Schlesien, dieStriche jenseit der Oder von der Warta zu Polen gegendieses wendeten die Markgrafen nun ihre Waffen.
Wir haben bereits bemerkt, daß der früher so mächtigepolnische Staat durch Lhcsiungcn der plastischen Fürsten indie Herzogthümer Krakau, Masovicn, Groß-Polen und Schle-sien zerfallen war. Sowohl Groß - Polen als besondersSchlesien trennte sich in mehrere noch kleinere Theile undschwächte daher das Anschn seiner Fürsten sehr, weil diese infast unablässigem Zwiste unter einander lebten. Das Land