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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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Buch I. Sechstes Hauptstück.

konnten die Prcussen zum Rückzuge bewegen. Je schwacher sichder Herzog zeigte, um desto häufiger wiederholten sie die ein-träglichen Raubzüge. So verzweifelte auch der Bischof Chri-stian hier das Christenthum durch Belehrung und Überredunggründen zu können, und erhielt auf seine Vorstellungen vompäpstlichen Stuhle die Erlaubniß zu einem Kreuzzuge gegendie Prcussen mit gleichem Ablasse für die Lheilnehmer wiefür die Kreuzfahrer zum heiligen Lande.

Alle Leidenschaften dieser an lebendigen Empfindungenso reichen Zeit, religiöser Eifer, Habsucht, kriegerischer Sinn,1219 Hoffnung ewigen Lohns vereinigten ein starkes Krcuzheer.Der wilde Herzog Schwantopelk von Hinter-Pommern, derkriegerische Herzog Heinrich der Bärtige von Breslau, dieBischöfe von Breslau und Lebus mit ihrer Ritterschaft zogennach Preussen. Drei Jahre hindurch lagen die Krieger indem Lande, welches sie an der Weichsel einnahmen, und bauc-ten die zerstörte Burg Kulm wieder aus. Der Herzog Kon-rad schenkte dem Bischöfe Christian einen Theil des kulmerLandes mit vielen zerstörten Burgen und Dörfern, der Bischofvon Plozk trat sein gcsammtcs geistliches und weltliches Be-sitzthum zwischen der Ossa, Drcwenz und Weichsel an ihn ab,die Kreuzritter, besonders Heinrich von Breslau, erhielten an-sehnliche Landstriche als Lohn ihrer Anstrengungen. Es wardas gewöhnlich und kein Opfer, wenn Wüsten verschenkt undderen Besitzer dadurch zum Anbau des Landes und zur Ver-theidigung der Grenze veranlasst wurden; doch auch dies warhier vergeblich. Kaum war das Kreuzhcer heimgezogen, als1223 die Preussen abermals das kulmer Land überfielen, Masovienverheerten, viele Kirchen zerstörten, die Stadt Plozk plünder-ten und zahlreiche Hausen gefangener Einwohner mit sichfortsührten. Der unermüdliche Christian, der wohl einsah, daßder ungeregelte Beistand der Kreuzheerc das Land selbst zurEinöde mache und doch nur auf kurze Zeit beschränkt sei,suchte nun die Stiftung eines Ritterordens zu bewirken, wasin Livland so glücklichen Erfolg gehabt hatte. Er hoffte auchhier die vereinzelte Kraft der Ritter durch Vereinigung zustärken, ihre Zahl durch angebotene Vortheile zu vermehrenund für dauernde Vertheidigung der heiligen Sache zu ge-