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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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Eroberung Preussens durch den deutschen Orden. 35

Bischof von Livland, Albert, war glücklich und geeignet genugsein Ziel zu erreichen. Aus einem angeschncn adeligen deut-schen Hause stammend, mangelte es ihm nicht an Verbindun-gen im Vaterlande. Seine frühere Stellung als Domherrdes Hochstists Bremen hatte ihm Welt- und Geschäfts-Er-fahrung verschafft, sein noch kräftiges Alter gestattete ihmThätigkeit und gönnte ihm Zeit, seine Klugheit ließ ihn diezwcckmässigsten Mittel ergreifen, seine Entschlossenheit sie nach-drücklich anwcndcn, seine Festigkeit Erfolge behaupten. Über-zeugt, daß nur durch die Waffen das Christenthum unter die-sen Heiden fest gegründet werden könne, betrieb er mit gro-ßem Eifer in Deutschland und Dänemark einen neuen Kreuzzug. 1199Bald langte er mit einer Kricgerschaar auf Schiffen an derMündung der Düna an, gründete hart , am Flusse, auf demRighc-Berge die Feste, dann die Stadt Riga und verthciltedie Stücke des eroberten Landes als Lehen an deutsche Ritter.

Doch bedurfte cs zum wirksamen Schutze des Christcnthumseiner innigen geregelten Vereinigung der vereinzelten Kräfteder Krieger, und der Bischof dachte an die Stiftung einesRitterordens. Veranlassung und Form gaben die Ritterordenwelche bereits bestanden, von denen zwei nicht ohne Bedeu-tung für die Geschichte unserer Lander geworden sind, derdritte entscheidenden Einfluß auf dieselben gehabt hat.

Als im Jahre 1095 der Eremit Peter von der NormandieFrankreich und Italien mit seinen lebendigen Klagen über dieSeldschuken erfüllte, welche damals mit roher Härte die Chri-sten drückten, die seit vielen Jahren zahlreich zum heiligenGrabe nach Jerusalem wallfahrteten, so erhob sich das christ-liche Abendland und Hunderttausende zogen begeistert durchihren Glauben, gelockt von Hoffnungen jeder Art, getriebenvon allen menschlichen und göttlichen Empfindungen aus,um den Ungläubigen das Land zu entreissen, welches der Hei-land durch Geburt, Wandel, Lehre, Leiden und Tod geheiligthatte. Unter großen Beschwerden, nach vielen Kämpfen er-oberten sie Jerusalem. Hier wo Alles an den Heiland erin-nerte, wo jeder Schritt an den mahnte, der sein Leben fürdie Erlösung des menschlichen Geschlechts aus den Bandender Sünde in dem heiligsten seiner Gebote gab: liebet Euch

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