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Gründung der Mark Brandenburg.
So muthig sich nun Otto II. gegen die dänische Über-macht zu behaupten suchte, so war es doch in der eisernenZeit so gewöhnlich tapfer zu sein und ist cs fast bei allenFürsten Brandenburgs gewesen, daß diese Kricgsthaten kaumgroße Aufmerksamkeit erregt haben; weit befremdender aber undden Geist seiner Zeit bezeichnender ist eine Handlung des' Markgrafen, welche sich allein aus der eigenthümlichen Den-kungsart des Mittelalters ganz erklären lasst. Nicht seltenfinden wir Beispiele, daß Fürsten und Ritter, nachdem sieviele tapfere Thatcn in der Heimath oder auch im gelobtenLande verrichtet und hohen Ruhm erworben hatten, gegendas Ende ihres Lebens, geschwächt am Körper durch großeMühseligkeiten oder Wunden, tief ergriffen von dem Gedan-ken an die.Eitelkeit alles Irdischen, die Waffen ablegtcn undsich in die Einsamkeit des Klosterlebcns zurückzogen, um infrommer Betrachtung und andächtigem Gebete den Himmelwegen früher im Kriege verübter Gewaltthätigkeitcn zu ver-söhnen, oder sich doch die letzte schwere Stunde der Trennungvon der Erde zu erleichtern und jenseits eines gnädigenSpruchs zu versichern. Aber den tapfer» Markgrafen Otto II.sehen wir, vom Alter noch ungebeugt, mitten unter seinenKriegern, mit Zustimmung seines Bruders Albert, in der 1196Domkirchc zu Magdeburg vor dem Hochaltäre, in Gegenwartdes Domcapitcls und vieler Herren, Ritter und Dicnstlcutedes Erzstifts, alle ihm gehörige Erb- und von ihm als Lehenausgethane Güter und Städte in der Altmark, in den dazugehörigen Grafschaften und in einem großen Theile der jetzigenMittclmark dem Hochstifte Magdeburg übergeben, mit derBedingung, daß der Erzbischof diese Güter sowohl als die-jenigen welche die Markgrafen von dem Erzstifte bereits zuLehen trugen, sämmtlich als Lehen auch für minderjährige, janach dem Abgänge männlicher, selbst für weibliche Erben wie-der verleihe. Man hat sich viele Mühe gegeben, die Gründezu entwickeln, welche den Markgrafen bewegen konnten sichfür den besten und größcsten Thcil seiner Güter zum Vasal-len des Erzstifts zu machen. Es ist nicht zu zweifeln, daßweltliche Veranlassungen bei dem Entschlüsse des Markgrafenwirksam waren. Er hatte nur einen Bruder und bei doch