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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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Buch I. Fünftes Hauptstück.

1186Bogislav von Bor-Pommern, dann die Fürsten von Meklen-burg, ihr Land zu Lehen von Dänemark zu nehmen. Knut VI.nannte sich zuerst König der Slaven. Wahrscheinlich be-wog dieses damals den Kaiser Friedrich I. Pommern inein Rcichsasterlehn zu verwandeln und dasselbe dem kriegeri-schen Markgrafen Otto II. von Brandenburg als Lehnsherrnzu übergeben. Hieraus gründet sich Brandenburgs Anspruchauf Pommern, die Quelle unzähliger Fehden, Verheerun-gen der Grenzen und der heftigsten Feindschaft und Erbitte-rung beider Völker und ihrer Fürsten, indem die Markgrafenihre, wie sie meinten, guten Ansprüche, die Herzoge ihr, wiesie fühlten, noch besseres Recht nicht aufgaben und daher keineVasallen der Markgrafen sein wollten. So kämpfte überdreihundert Jahre märkische Verschlagenheit mit pommcrscher

1529 Derbheit, bis der alte blutige Hader billig beigelegt, den Her-zogen ihre Rcichsfteiheit und den Markgrafen ihr Erbfolge-recht auf Pommern gesichert wurde; worauf dieses Land, wiewir sehen werden, nach und nach theilweise, endlich unterFriedrich Wilhelms III. glücklicher Regierung, mehr als 600Jahre nach den ersten Ansprüchen der Markgrafen und nurdurch große Opfer ganz mit dem preussischen Staate vereinigtworden ist.

Indem Markgraf Otto II. eben so sehr wie die Dänenbedacht war sich die slavischcn Stämme gegen die Oder hinzu unterwerfen, geriethcn beide Mächte nothwcndig in Krieg.An der Stelle des durch Alter geschwächten Bischofs Absalonfuhr der dänische Kanzler Peter mit einer Flotte die Oderhinauf und zog vereinigt mit den bezwungenen Rügen undObotriten gegen den Markgrafen. Dieser mit seinen Deut-schen und Slaven schlug den Kanzler in einer blutigenSchlacht, nahm ihn gefangen und stand dem Grafen Adolfvon Holstein gegen die Dänen bei, ohne doch mehr als dieAusdehnung ihrer Macht verzögern zu können. Waldemar II.,der Bruder und Nachfolger Kanuts VI., eroberte später Hol-stein, unterwarf sich Hinter-Pommern; die weiten Ostsee-küstcn von Esthland bis Lübeck gehorchten ihm. Nie warDänemarks Macht größer als unter Waldemar dem Sieger,bis diesen sein eigener Übcrmuth stürzte.