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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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Buch I. Fünftes Hauptsiück.

schon vorgerückten Jahren noch keine Kinder, weshalb er die-sen, im Falle er sie noch erhielte, wenn sie bei seinem Todeunmündig oder auch weiblichen Geschlechts waren, die Nach-folge auch in denjenigen Lehcngütern zu sichern suchte, welcheer und sein Bruder von dem Magdeburger Hochstiste ursprünglichnur als Mannslchcn erhalten hatte. Es ist ferner selbst nichtunwahrscheinlich, daß der Markgraf damals im Kriege mitDänemark, den wie es scheint gestörten Frieden mit dem Erz-bischöfe herzustellen und vielleicht dessen Unterstützung zu er-halten bemühet war. Den Hauptgrund seiner Handlungs-weise fand der Markgraf unstreitig in der Frömmigkeit seinerZeit. An sich war cs bereits seit einem Jahrhunderte ge-wöhnlich, daß selbst die nach dem Kaiser vornehmsten weltli-chen Fürsten von den Geistlichen Güter zu Lehen trugen undim Range diesen nachstandcn. So lag es nahe, daß auchwohl ein Fürst wie Otto II. fast alle seine Güter einemErzstistc übergab und sie als Lehen zurückerhielt, um als Lehen-träger der Kirche, hier unter dem Schutze des heiligen Mau-ritius, des Schutzpatrons von Magdeburg, zu stehn, sowie auchGott zu versöhnen und der Frucht der Gebete der Geistlichenthcilhaftig zu werden. In demselben Geiste machte (1320)HerzogOtto von Pommern Stettin, sein Herzogthum, zu einem Lehendes Bisthums Kamin, zum offenbaren Nachtheile des ihm sonahe verwandten Hauses Wolgast, und nicht anders kann eswohl verstanden werden, wenn sich Heinrich I. von BreslauHerzog von Gottes und des heiligen Johannes Gnaden nannte,welcher der Schutzheilige des schlesischen Hochstifts war. DieLehnsabhängigkcit der Markgrafen Brandenburgs vom Erz-stifte Magdeburg dauerte zum großen Schaden der Marküber drittehalbhundcrt Jahre, und wurde erst von dem hvhen-zollcrischen Friedrich H. (1449) durch große Opfer völlig beseitigt.Unterdessen hinderte dieses Vcrhältniß den Ausbruch häufigerFehden zwischen beiden Thcilen nicht und gab wohl selbst1205 öfters Veranlassung dazu, vorzüglich als nach dem Tode Ot-tos II. dessen Bruder und Nachfolger Albrccht II. die Partei desvom Papste geächteten Kaisers Otto IV. nahm, und dannauch in Krieg mit Waldemar II. von Dänemark verwickeltwurde.