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Buch I. Fünftes Hauptstück.
Anhalt den Namen führten. Er hatte sich bereits mir HülfeHerzog Lothars von Sachsen der Markgrafschast Niedcr-Lausitz,
1123 gegen den Willen Kaiser Heinrichs V., bemächtigt und darin be-
1125 hauptet. Als Lothar Kaiser geworden war und im Kampfemit den stolzen Hohenstaufen seine Tochter und das Hcrzog-thnm Sachsen dem mächtigen Welfen Heinrich dem Stolzen,Herzoge von Baicrn, gab, so mag dadurch die Eifersucht Al-
1127brcchts des Baren geweckt worden sein. Er war, eben so wieHeinrich der Stolze, Sohn einer der beiden Erbtochter des altenbillungischcn Herzogshauses, daher in Sachsen reichbegütert,Eingeborener des Landes, bereits sein Vater Otto, obgleich nurauf kurze Zeit, vom Kaiser Heinrich V. gegen Lothar zum Her-zoge von Sachsen erhoben worden, und es endlich ungewöhnlich,Einem Fürsten zwei Hcrzogthümcr zu verleihen. Als der Kai-ser auch die ebenfalls erledigte Nordmark nicht ihm, sondern
1128 dem Udo von Frccklcben gab, so erhob Ulbrecht Fehde und er-
1130 schlug den Udo, weshalb ihm der Kaiser nun auch die lausitzer
1131 Mark nahm. So von ziemlicher Macht und noch größerenAnsprüchen auf seine Erbgüter zurückgebracht, begriff Albrccht,er müsse sich fügen, suchte des Kaisers Gnade, diente ihm treuin Italien und erhielt zur Belohnung die durch den Tod des
1133 Markgrafen Konrad von Plötzkau erledigte Nordmark. So-lange der Kaiser lebte, hielt sich Albrecht mit seinen weitern
1137 Ansprüchen stille. Kaum war Lothar gestorben, kaum hattendie deutschen Fürsten, welche die Macht und den Ubermuth derWelfen fürchteten, den Hohenstaufen Konrad zum Könige ge-wählt, als dieser dem stolzen Heinrich das Hcrzogthum Baiernabsprach, ihn, als er sich empörte, in die Acht erklärte und
1138 das Hcrzogthum Sachsen Albrccht dem Bären verlieh. Dochdieser sollte es sich erst erobern, und Heinrich der Stolze dachtenicht cs sich ohne Kampf nehmen zu lassen. Unterstützt vonden Sachsen, die an der Tochter Lothars hingen und dem Kö-nige aus schwäbischem Blute abgeneigt waren, vertheidigte sichHeinrich tapfer gegen seine Feinde und vertrieb sogar Albrecht
1139 den Bären aus dessen Mark. Als Heinrich starb, so hieltendie Sachsen treu die Sache seines unmündigen Sohnes, Hein-richs des Löwen, wie er später hieß, und im Frieden den der
1142 Kaiser mit diesem schloß, musste sich Albrecht glücklich schätzen