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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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Buch t- Viertes Haupt siück.

vcn und die deutschen Christen gegen einander; diese konntennur kurze Zeit Tribut erzwingen, jene nicht viel langer ihreFreiheit behaupten. Die Bisthümcr Havelberg und Branden-burg bestanden lange nur dem Namen nach, ihre Bischöfe irr-ten flüchtig umher und lebten von der Milde ihrer Glaubens-genossen. Ost sielen die vielfach gereizten Slavcn raubend undmordend über die Elbe in Sachsen ein.

Der Haß gegen die Religion und die Herrschaft der Frem-den war durch so viele blutige Kampfe nach und nach bei die-sen Heiden so fest gewurzclt, daß selbst ihr Fürst Gottschalk,der in der Mitte des elften Jahrhunderts eine Herrschaft vonder -Peene bis zur Elbe über Obotriten und Lcutizen gegrün-det hatte, cs nicht vermochte seine Unterthancn für den neuenGlauben zu gewinnen, den er selbst bekannte. Sie empörtensich bald, ermordeten den Fürsten und die christlichen Priesterund zerstörten die von ihm erbauten Kirchen und Klöster. Diegroßen inneren Unruhen Deutschlands unter Heinrich I V. und V.erlaubten nicht an die Unterwerfung der Wenden zu denken,und cs war fortwährend ein Glück für unser Vaterland, daßauch sic einander durch innere Kriege schwächten. Nur ein-zelne Spuren des Christcnthums wurzelten hin und wieder undverbreiteten sich von Zeit zu Zeit; allein obgleich später Gott-schalks Sohn Heinrich, im Anfänge des zwölften Jahrhunderts,abermals das Christenthum weiter auszubreitcn versuchte, soblieb doch das Volk größtentheils heidnisch bis zur Mitte die-ses Jahrhunderts.

Unterdessen war auch der große polnische Staat nach dem1025 Tode des Bolcslaus Chrobri zerfallen. Zwar verheerte sein1028 Sohn und Nachfolger Miccislaus H. die Sorbcnländer bis zuru. 1030 Elbe, und Saale mit heidnischer Wuth und führte viele Tau-sende der Einwohner als Gefangene mit sich fort; der Sitzdes Bisthums Zeiz musste weiter zurück in das feste Naum-1034 bürg verlegt werden; als aber nach Miecislaus Lode dessenWittwe Richenza mit ihrem Sohne Kasimir nach Deutschlandflüchten musste, um dem Hasse der Polen auszuweichen, undals nun das Land ohne Haupt war, machten sich die vonBo-leslausl. unterjochten Völkerschaften frei, die Leibeigenen er-hoben sich gegen ihre Unterdrücker, die Großen standen gegen