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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
Entstehung
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10 Buch I Zweites Hauptstück.

welche noch jetzt so häufig in ihren Gräbern gefunden werden.Diese Gegenstände wurden gegen Pelze und Bernstein denarabischen und griechischen Handelsleuten an der Wolga und demDnepr abgetauscht und über Novgorod an die See, oder überKiew sogleich ins Binnenland gebracht. Auch nahmen die Be-wohner ihrer alten Hauptfesten Kolberg, Stettin und Dem-min bereits im elften Jahrhunderte Thcil an diesem Handel.

Die natürliche Tugend roher Völker, solange sie in an-gestammter Freiheit leben, die Gastfreiheit, war den Slavenbesonders heilig. In Wäldern und Wüsten, ohne Obdach undLebensmittel, ohne Hülfe weit umher hat Jeder das Bedürf-niß und das Wohlthuende der Gastfreiheit erkannt, wo er siegefunden, und daher übt er sie selbst, denn der noch nichtdurch Knechtschaft erniedrigte Mensch ist empfänglich für jedeihm begreifliche Tugend. Er kann aber auch ohne Beschwerdegastfrei sein, denn er theilt leicht mit, was ihm die Erde undder Wald und seine Heerden überflüssig bringen. Das ein-fache Lager ist groß genug auch für den Gast, dieser machtkeinen Anspruch auf besondere Bequemlichkeit und verlangtnicht mehr, als sein Wirth giebt. Aber bei den Slaven wares ein Fest, Gäste aufzunehmcn. Was nur die Hütte an Ge-tränken und Speisen barg, wurde hervorgesucht, bereitwilligdargebracht, zum Genuß cingcladen, und des Gastes reichlicheSättigung ehrte den freigebigen Wirth. Wer die Gastfreund-schaft verletzte, der war verflucht, seine Hütte wurde zerstörtund die Preufscn straften ihn mit dem Lyde. Der nächsteVerwandte ernährte den durch Alter oder Krankheit Hülflosen,oder wenn des Lebens Last zu drückend wurde, gab er ihmden Tod, nicht aus Grausamkeit, denn ausserdem ehrten dieSlaven das Alter, sondern um dem Lebensmüden eine Wohl-that zu erzeigen und aus religiösem Wahne. Offen lag daswas Jeder in der Hütte besaß, hinter der Thür oder in Kisten.Schlösser und Riegel waren unbekannt, wie Bettler und Diebe.Frauen durfte Jeder haben, so viele er ernähren konnte, beiden Preufscn drei, die Häuptlinge oder Fürsten oft mehr; Her-zog Miecislaus von Polen hatte sieben, Herzog Wratislav vonPommern fünf und zwanzig Frauen, wohl wie bei den altenDeutschen, mehr aus Stolz als aus Begierde, zu der das