Die Slauen.
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zu Heerführern (Wyiwoden) gewählt wurden, welche an derSpitze der einzelnen zahlreichen Stamme standen. Leibeigenegalten im Staate Nichts, gehörten ihrem Herrn und warenwohl ursprünglich Kriegsgefangene oder unterjochte Stamme,deren Land der Sieger eingenommen hatte. Daher und beider spateren Unterdrückung vieler gemeiner Freien die überwie-gende Anzahl Leibeigener, besonders in Polen, wy ein kriege-rischer Stamm alleiniger Herr des Landes geworden war undspater als Adel, doch nur im Gegensätze der Leibeigenen, er-scheint, da auch hier immerfort jeder Edelmann dem anderngleich und eigentlich nur der freie Mann war, welcher den Kernder Nation ausmachtc. Noch jetzt sind Auge und Haar despolnischen Adels dunkel, das der Leibeigenen hell '),
Erst das Bedürfniß der Vertheidigung oder kriegerischerUnternehmungen brachte zur Vereinigung vieler Stamme un-ter einem gemeinschaftlichen Heerführer oder Fürsten, dessenGewalt jedoch durch die nöthige Zustimmung der Freien in offenerVersammlung und zugleich durch das Anschn der Priester ebenso beschrankt war wie bei den alten Deutschen. Erst spätgelang es den Fürsten in Polen und Pommern und unter denWenden an der Elbe ihre Macht etwas mehr auszudchnen.Vorzüglich ausgebildet war die Herrschaft der Priester (Gri-wen) bei den Preussen. Hier waren sie, wie in Rügen diePriester des Swantewit, Gesetzgeber und oberste Richter, zudenen allein^die Götter sprachen, die ihren Willen durch Zei-chen verkündeten, welche nur Priester zu erfragen und zu deu-ten verstanden. So lenkten die Klügsten die freie Gemeinde.
Alle diese Völkerschaften glaubten an einen höchsten Gottim Himmel, den Vater und Herrscher aller übrigen Götter,der nur das Überirdische leite und diesen alles Irdische über-lasse. Er war der weisse Gott (Belbog), denn das Licht istdem Sterblichen erfreulich, und schrecklich die Nacht. Dahererscheint hier früh dieser Gegensatz in der Verehrung des schwar-zen Gottes (Czernibog), des Urhebers des Bösen.
1) Jekel, Polens Staatsveränderungen und letzte Verfassung, BandIII., ist häufig, wie die übrigen Theile dieses gründlichen Werks, benütztworden.