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Buch I. Erstes Hauptstück.
Als in Jahrhunderte lang dauernder lind immer starker wer-dender Bewegung viele germanische, slavische und asiatischeVölkerschaften einander in mehrfachem Gewirre gegen Südenund Westen drängten, tausendmal zurückgcschlagen, endlich imfünften und sechsten und den folgenden Jahrhunderten dieGrenzen des innerlich und äußerlich geschwächten römischenReichs durchbrachen, dessen Provinzen überschwemmten unddem Abcndlandc neue Herren und eine andere Gestalt gaben,verlicsscn auch die meisten deutschen Völker an der Ostsee, Oderund Elbe ihre Sitze, zogen einem freundlichem Himmel zu undgründeten, die Burgunder in Gallien, die Langobarden in Ita-lien, neue Reiche. Das Land zwischen Oder und Elbe wurdeeine große Wüste, bis Polen und Hrowaten, slavische Stam-me aus Asien, zuletzt von der Donau verdrängt, über die Kar-pathen kamen, auf die Wenden an der Weichsel stießen, siegegen die Ostsee und Elbe und über diese bis zur SaaleVortrieben.
Nach und nach verschwindet hier alles Deutsche, odergeht im Slavcnthume unter und vermischt sich. Nur die Grab-mälcr, welche, bedeckt mit ungeheuren Felsstücken, die Asche derFürsten bergen, zeugen noch von der deutschen Kraft, welchedie Ricscnsteinc der Hünengräber zu bewegen vermochte,und von der Achtung gegen das Andenken der Führer. Aus-serdem mag sich bis dahin der Anblick jener weiten Ebenennur wenig verändert haben. Die vcrhältnißmäßig nicht zahl-reiche oder doch zu rohe Bevölkerung fand ihres Lebens Un-terhalt, ohne zur Ausrodung der Wälder, zur Trockenlegungder Moräste, zum Anbau sandiger Steppen zu schreiten. Zahl-reiches Wild in den Wäldern, Hirsche, Elenthierc, Schweine,Pferde, Auerochsen, Bären, dann die fischreichen Gewässer,die Tristen der fruchtbaren Striche boten noch lange hinläng-liche Nahrung für die Bewohner und ihre Hecrden.