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Buch VI. Drittes Hauptstück.
liefern, damit er nach preussischen Kriegsgesetzen bestraft werde.Der Bischof wollte das nicht thun, che der junge, lange Mensch,jetzt Potsdamer Grenadier, zurückgegebcn sein würde. Vergeb-lich erbot sich der König zu Gegengefälligkeiten, ja dem Bi-schöfe die Souverainetat über Herstall für 100,000 Thaler zuverkaufen. Die Lütticher bestanden darauf, er solle vorher denRekruten nach Herstall zurückschaffen lassen').
Ein Haufe preussischer Werber nahm zu gleicher Zeit inder Nahe Elbings, auf polnischem Gebiete, von einem hollän-dischen Schiffe mit Gewalt mehrere schön gewachsene Männerund sogar den Capitain des Schiffes selbst weg. Auf demRückwege bemächtigten sie sich zweier langen polnischen Geist-lichen und kleideten sie mit Gewalt ein. Das setzte die Polenin Feuer und Flamme; sie sprachen davon, in das Preussischeeinzufallen und Alles mit Feuer und Schwert zu verheeren.Die Holländer beschwerten sich bei dem Könige August, dernichts thun konnte. Doch wurden Maßregeln gegen die Wer-ber genommen. Ein preussischer Werber war so verwegen,aus Warschau, wo er vorgeblich Dienste gesucht und sich beidem Könige und den Ministern cinzuschmeicheln gewusst hatte,plötzlich zwei Leibgardisten, welche die Wache im Vorzimmerdes Königs hatten, zur Desertion zu bewegen. Ehe er sichnoch über die Grenze retten konnte, wurde er ergriffen, seineWerbevollmacht bei ihm gefunden und er nach Warschau ge-bracht, um gerichtet zu werden. Zugleich erging Befehl inalle polnisch preussische Grenzplätze, Jeden, der aus dem König-reiche Prcusscn komme, festzunehmen, keinen preussischen De-serteur auszuliefern, den Werbern aber sofort den Proceß zumachen und sie zu bestrafen. Der holländische Gesandte inBerlin musste die vom Schiffe bei Elbing weggenommencnHolländer zurückfodern und Genugthuung für die Mishand-lungen verlangen, welche man sich gegen die übrige Mannschaftdes Schiffs erlaubt hatte. Es wurde wie gewöhnlich geant-wortet, die Leute hätten sich freiwillig anwerbcn lassen undwären mit ihrer Lage zufrieden. Als darauf aus dem preussi-schen Geldern zwei Söhne eines Bauern, welche gewaltsam
I) Ulkrtinierv 1. II. p. 338.