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3 (1841) Von 1688 bis 1739
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Sittlichkeit. Fleiß.

auch gegen Andere; ja er verbot sogar überhaupt, daß dieLeute Sonntags Schenken oder Wirthshauser besuchen sollten,hob das aber wieder auf, als ihm vorgestellt wurde, derSonntag sei für den Arbeiter der einzige Tag der Erholung.Patrouillen gingen Abends in Berlin herum und griffen die-jenigen Bürger auf, welche sich nach 9 Uhr noch in Gast-und Wirthshausern befanden.

Selbst unermüdet thätig, verlangte er, daß es ein Jedersein solle, und, gewöhnt an Uebung der unbeschrankten Ge-walt, strafte er wohl sogleich mit eigener Hand den, welchener für einen Müßiggänger hielt. Daher ging der Schreckenvor ihm her*), Jeder beflügelte seine Schritte, wenn er denKönig kommen sah, und suchte sich seinen Blicken, wenn esirgend möglich war, zu entziehen. Die Einwohner der Fried-richsstadt, welche er oft besuchte, um den Fortgang der Bau-ten zu sehen, flüchteten dann sogleich, verschlossen Thüren undFenster, und die Straßen waren öde und leer^). DumpfeStille herrschte unter den Bewohnern Berlins, Alles wareingeschüchtert. Die Freude wagte nicht, sich laut zu äußern*).

1) Faßmann I. S. S05 erzählt, daß ein Beamteter, welcher un-erwartet zum Könige gerufen wurde, dermaßen erschrocken, daß er sogleichzu Boden gesunken und gestorben sei. Bergl. S. 961 und Morgen-stern S. 76 u. 71.

2) Man sehe Bcnckendorfs Erzählung I. S. 121, der freilichmeint, die Leute wären im Irrthume gewesen.

3) König I. S. 117. In Frankreich glaubte man km I. 1725,die Preufsen würden ihren König wegen dieser Tyrannei und Thorheitenabsctzen. iVlont^on. IVlem. 1. I. z>. 326. Natürlich dachte Niemandhier daran. Nach einem englischen Gcsandtschaftsberichte in RäumersBeiträgen Thl. IH. S. 533 beschwerte sich der König, daß man ihn all-gemein für einen Tyrannen ausgebe. In welchem Grade er cs war,zeigt ein Bericht v. I. 1734, ebendas. S. 566, nach welchem er fort-während zwei mit Salz geladene Pistolen neben sich liegen hatte und sieauf diejenigen Bedienten abfcuertc, welche einen Befehl nicht zu seinerZufriedenheit vollzogen hatten, wodurch einer ein Auge verlor und einesandern Füße grausam verletzt wurden. Man hielt ihn damals für geistes-schwach. Lümonte^ 3L. II. x- 244. Im I. 1726 bemerkt Villarsin seinen NÜIN. 1. III. p. 275. II est cortain yu'en deaucoup äsclioses cs prince montrvit uns vervells äärsnAÜe. Diese Angaben hat