Unterhandlungen mit Schweden. 289
Alles für sich zu behalten, doch wünsche er im Vereine mit
diesem Frieden zu schlossen. Er verlangte Stettin und Pom-
mern bis an die Peene und versprach dafür, d-m Könige Georgso viel als möglich hinderlich zu sein, den Zaar aber zu be-wegen, gelindere Saiten gegen Schweden aufzuzichcn '). Un-^ ter dem angenommenen Namen eines Barons von Mannsdorfkam Görz nach der Komthurei Lietzen unfern Berlins, wo ihm! mit vieler Aufmerksamkeit begegnet wurde und der Minister II-
! gen mit ihm unterhandelte, bis Peter I. nach Berlin kam').
! Friedrich Wilhelm verlangte durchaus Stettin und Vortheilefür Rußland, bot jedoch dafür vergeblich 100,000 Thalcr an^ Görz, welche dieser ausschlug, weil er wusste, daß Karl aufRückgabe aller schwedischen Besitzungen in Deutschland bestand.
Darauf wollte Friedrich Wilhelm nicht eingchen, weil er nureinen Thcil derselben inne hatte und auch diesen herauszuge-ben nicht geneigt war. Peter I. befestigte in Berlin seine Ver- Sxptbx.bindung mit Friedrich Wilhelm; Beide versprachen einander, 1717nur gemeinschaftlich, unstreitig auf Grundlage des früheren Ver-trags (v. 12. Juni 1714), mit Schweden Frieden zu schliessen.Sogleich brach der König seine besonderen Verhandlungen mitGörz ab, welcher über Petersburg, wo er mit dem Zaar zu-sammentraf, nach Stockholm ging und Karl XII. für den Frie-densentwurf mit Rußland stimmte. Sehr geheim wurde die-ser nun auf der Insel Aland durch Görz für Schweden und Maldurch Ostermann für Rußland und Preusicn mit Ausschliessung 1718aller übrigen Machte verhandelt ^). Als König August erfah-ren, daß Prcussen Unterhandlungen mit Schweden angeknüpft,machte er das bekannt, indessen hatte sich, wie gesagt, jederder nordischen Verbündeten dasselbe vorzuwerfcn *).
Peter I. und Karl XII. waren darin bald einig, nicht nur
> 1) Mosers Görz S. 258 ff. u. 8 t. 8 imon XV. p. 227 u. 295.
2) Moser a. a. O. S. 267 ff.
3) Moser a. a. O. S. 276. Vergl. 8t. 8iinon XV. p. 242.
4) 8 t. 8 imon XV. p. ZZ7 meint: Prcussen habe in Verbindungmit Rußland und zugleich für flch allein mit Schweden verhandelt. AuchFriedrich Wilhelm und Peter traueten einander nicht, obgleich noch mehrals den lindern. Bergl. 8 t. 8 imou a. a. O. p. 361.
Stenzel, Gsch. d. Preussisch. Staats. III. 19