Druckschrift 
3 (1841) Von 1688 bis 1739
Entstehung
Seite
273
Einzelbild herunterladen
 

273

Belagerung Stralsunds.

Wesenheit des Königs von Dänemark den Oberbefehl'), dieHauptleitung aber hatte zunächst unter ihm als lange undvielfach versuchter Kriegsmann der Fürst Leopold von Dessau.

Es wurde sogleich die Einschliessung der Festung durch die da-mals gewöhnlichen Circumvallationslinien begonnen, um sichvor den Ausfällen der Belagerten zu sichern. Auch die Flottender Schweden und Dänen erschienen vor der Festung. DieSchweden versenkten Schiffe, um die Annäherung der feindli-chen Schiffe zu verhindern^).

Um das schwere Geschütz von Stettin zu Wasser vorStralsund bringen zu können, griffen die Preussen Wolgastan. Die 160 Mann starke Besatzung übergab den Platz so- so. Juligleich und zog ab. Am folgenden Tage nahm General Arnimmit 2000 Preussen und Sachsen, unterstützt von der dänischenFlotte, Usedom. Karl XU. sah, daß Widerstand unthunlich sei,und zog unter leichten Gefechten zurück ^). Bald daraus wurdedie schwedische Flotte von der dänischen geschlagen, und die 8. Aug.Peenemünderschanze, nachdem sie von der 450 Mann starkenschwedischen Besatzung gegen das heftige Geschützfeuer der Preus-sen 17 Tage hindurch tapfer vertheidigt worden war, von die-sen durch einen sehr blutigen Sturmangriff erobert"). Anhal- 21. Aug.tender Regen machte nun die Straßen unwegsam, so daß nurmit großer Anstrengung das schwere Geschütz zu Lande vonAnklam vor Stralsund gebracht und Anstalten getroffen wer-den konnten, um zugleich Rügen mit angreifen zu können.

König August musste einen großen Theil seiner Truppen nachPolen gegen die ihm feindseligen Parteien schicken, was auchdie Ankunft von 10,000 Mann Russen verzögerte, welche im

1) Försters Friedrich Wilhelm Thl. II. S. 34 hat ein Schreibendes Königs v. 11. Juli 1715 an Seckendorf, welches das zu beweisenscheint.

2) Histor. Nachrichten vom nord. Kriege, Forts. Z. S. 338. Ilieatr.

Luroj,. v. I. 1715 x. 340 ff. Von den 74 Bataillonen und 118 Schwa-dronen vor Stralsund, waren 36 Bataillone und 40 Schwadronen Preus-sen, die übrigen Truppen meistens Dänen.

3) Faßmann I. S. 143.

4) llreatr. Lnrop. a. a. O. S. 343. I4or<11>srx III. x. 205.

Stenz cl, Gesch. d. Preussisch. Staats- HI. 18