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3 (1841) Von 1688 bis 1739
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Auswärtige Verhältnisse. 15

In dm inneren'), wie in den auswärtigen Angelegen-heiten verfolgte der Kurfürst den zuletzt von seinem Vater ein-geschlagenen Weg, blieb mit Oesterreich in gutem Vernehmenund erneuerte nach und nach die alteren Bündnisse mit denGeneralstaaten, mit Dänemark, Schweden, Sachsen und Han-nover. In Polen hätte ihm eine Partei rücksichtlich seinerSouverainetät über Preussen gern Hindernisse in den Weg ge-legt; doch war eine andere Partei für ihn; auch gewann erden König, den alternden Johann Sobieski, durch seine Be-reitwilligkeit, ihn gegen die Türken zu unterstützen und dieWittwe des Markgrafen Ludwig von Brandenburg, die reicheradzivillsche Erbtochter, dem ältesten Sohne des Königs zuvermählen 2), und bewog ihn zur Erneuerung der Verträge vonWohlau und Bromberg, worauf er (24. Mai 1690) die Hul-digung Prcussens in Königsberg annahm. Er knüpfte auchfreundliche Verbindung mit den Zaaren Johann und Peter an,ohne doch das ältere Bündniß seines Vaters (v. I. 1656) mitden Moskowitern erneuern zu wollen^).

Auch darin folgte er dem Beispiele seines großen Vaters,daß er Vertheidigungsbündnisse mit mehreren, ja allen krieg-führenden Mächten zugleich hatte. Solche Verträge wurdendamals überhaupt in großer Anzahl geschlossen, ohne daß manin der Regel großen Werth auf sie gelegt hätte, den sie auchnicht verdienten. Sie wurden von weiter aussehenden Fürsten,wie die brandenburger waren, verhandelt und eingegangen,um freundliches Vernehmen einzurichten oder zu erhalten undfür mögliche Fälle aus ihnen Nutzen zu ziehen. Die augen-

1) Die erste Instruction, welche Friedrich m. für den geheimenRath Unterzeichnete, stimmt fast wörtlich mit der seines Vaters überein.Cosmar und Klaproth S. 222.

2) Hulsnäork I. §. 5 ss. 2aluslei epist. 1. HI. 2. x. 115V.Lcngnich Preussen unter Johann III. S. 277. Wilkcn im Berlinerhistorisch genealogischen Kalender v. I. 1822, S. 24 aus Gundlingshandschriftlichem Leben Friedrichs III. Aus dem, was ich darüber imfobieskischen Archive gefunden, ergibt sich, daß Friedrich III. der Be-werbung Jakob Sobieski's nicht so entgegen war, wie Andere angeben;doch ist in Staatssachcn Vieles Verstellung.

8) kukenllork I. §. 4.