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Buch V. Erstes Hauptstück.
sti'ger Fähigkeiten zurück. Beide Knaben waren dem trefflichengeheimen Rathe Otto von Schwerin, einem wissenschaftlichhöchst gebildeten, durch langjährige Staatsdienste geprüften,streng rechtschaffenen, religiösen, auch im Erziehungswesen sehreinsichtsvollen Manne übergeben worden, der seine Pflichten ge-wissenhaft erfüllte. So schwer es ihm wurde, den heftigen undeigenwilligen Kurprinzen zu leiten, den er oft nur durch dieFurcht vor dem strengen Vater bändigen konnte, so scheint die-ser doch für seinen hoffnungsvollen Erstgeborenen besondere Vor-liebe gehabt zu haben.
Für den fünfjährigen Friedrich wurde der Licentiat Eber-hard von Dunkelmann aus Lingcn, ein durch gründliche Stu-dien und Reisen durch England, Frankreich und Italien viel-seitig gebildeter, talentvoller junger Mann '), der dem großenKurfürsten auf einer seiner Reisen nach Holland vorthcilhaftbekannt geworden war, als Studiendirektor angenommen (1663).Die Kurfürstin, welche neben Schwerin mit recht mütterlicherAufmerksamkeit über die Erziehung ihrer Kinder wachte, em-pfand es zwar übel, als ihr hinterbracht wurde, Dankelmannfahre das neunjährige Fritzchen während des Unterrichts öftersan, sie erkannte aber doch, daß es dieser damit gut meine, umihn in Kenntnissen weiter zu bringen. Nach ihrem Tode (1667)nahm sich Amalie von Oranien, die Großmutter des Prinzen,der Aussicht an und klagte ebenfalls über Dankelmanns Heftig-keit gegen ein so schwächliches Kind. Dieser scheint aber dieStrenge doch nicht übertrieben, vielmehr bei seinem eigenen äufserstkräftigen Charakter sich nur bemüht zu haben, den Prinzen anetwas angestrengtere Thätigkeit zu gewöhnen, als Fürstensöhnezu üben pflegen. Das erkannte auch der große Kurfürst, derihn bald (1665) zum Titularrathe, darauf (1669) zum halber-städtischen Ncgierungsrathe, dünn (1676) zum kurmärkischenNegierungsrathe ernannte und als Vergeltung vielfältiger Dienstemit Verleihung der Anwartschaft des auf dem Falle stehendenehemals limpurgischcn Lehns Hausen bei Hall in Schwaben
1) Er war im 1.1643 geboren und hatte bereits in seinem zwölftenLahre in Utrecht über eine Abhandlung cls jurs emxdzttsusi» mit großemBeifall disputirt; so erzählt wenigstens Besser in seinem: EberhardFreiherr von Dankelmann. Berlin 1694. 4.