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Nachtr., 2 (1825)
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dorf, der damals (1809) Chef beö Generalstabeö deS sächsischenCorps war, sich schriftlich an den General Gourgaud, um sowohldas Corps als auch den Prinzen , unter dessen Befehlen er gestan-den hatte, zu rechtfertigen. Nach Empfang dieser Aufforderungwurde selbige, nebst der darauf erthcilten Antwort, bekannt gemacheund wir wollen letztere, insoweit solche den Prinzen von Ponte-Corvobecriffc, nachfolgend im Auszuge mitthcllcn.

„Ich weiß nicht, mein General! — sagte er in diesem Briefevom März 1823 — waS Sie auf die Meinung gebracht hat, daßder Kaiser im Lahre 1809 feindselig gegen den Prinzen von Ponte-Corvo gesinnt gewesen sei. Hinlänglich bekannte Thatsachen bewei-sen das Gegentheil. Er hatte zur Zeit des 18ten Brumaire gegenNapoleon Ränke geschmiedet, hatte unter dem Consulat sich gegenihn verschworen und doch wurde der General Bernadette in keinerWeise verfolgt, wurde späterhin sogar zum Reichsmarschall, zumPrinzen ernannt, indessen er kein anderes Recht auf so hohe Gunsthatte, als seine Verbindung mit der Schwägerin eines Bruders vomKaiser. ') Es waren ihm niemals wichtige Commandos übertra-gen, er hatte nie eine Schlacht gewonnen und man kann wohl sa-gen, daß der Ruf, den er sich erworben hatte, mehr dem Geistebcizumessen war, den man vormals bei Leuten aus seiner Provinzzu finden pssegte, als seinem wahren Verdienst.

„Und wie beweist er seine Erkenntlichkeit? Bei der Schlachtvon Lena weigert er sich unter dem wichtigsten Vorwände, das vondrei Viertheilen des preußischen Heeres angegriffene Corps desMarschalls Davouft zu unterstützen, verschuldet auf diese Weise denTod von fünf bis sechstausend Franzosen und bringt den Erfolgdes Tages in Gefahr. Sie werden gestehen, Herr General! daßeine so strafbare Handlung eine exemplarische Ahndung verdiente;die Gesetze verdammten ihn dazu — er erlitt jedoch nur einekurze Ungnade.

„Der Prinz von Ponte-Corvo, sagen Sie, bedarf keines Lob-redncrö. Wohl möglich im Auslande; in Frankreich aber möchtees ihm wohl schwer werden, einen Lobredner zu finden. Die Frau«-zosen haben den Nachtheil nicht vergessen, den er ihnen in Ruß-land zugezogen hak, nicht vergessen die Schlachten von Großbehren,von Lücerbogk, von Leipzig, wo er an der Spitze fremder Krieger

*) Aus allem Vorhergehenden »nd Folgendem erglebt sich für unbefan-gene Leser wohl nur zu deutlich, daß hier im Texte einer der eif-rigste» Parthetschriststeller spricht,

Note des 1librrsetzers.