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Nachtr., 2 (1825)
Entstehung
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Auf dies« erste Aktion, der Friedrich beiwohnte, spielt Napoleonan, wenn er Im Tageblicke (Bd. 10. S. 111) sagt: „Wie sehrweichen die Menschen doch oftmals von dem ab, was sie anfangsscheinen. Wissen sie wohl stets selbst was sie sind? Das ist nuneiner, der bei seinem ersten Auftreten vor seinem eigenen Siegeflieht und während seines ganzen übrigen Lebens sich ganz ohneallen Zweifel als der unerschrockenste, unerschütterlichste, als der käl-teste Mensch zeigt u. s. w."

Wir. haben gesehen, daß der Held des achtzehnten Jahrhundertsmit zwei ungerechten Handlungen begann, mit einem Akt desKleinmulhs, mit zwei Siegen, zu deren ersten er nichts beitrug, dieeigentlich ein Wortbruch waren. Nämlich die erpreßte Kontribu-tion von dem Fürst-Bischof von Leiden, der Einfall in Schlesien,die Schlachten von Molwitz und Czaslau und der Friede von Bres-lau, wobei er seine Alliirteo verließ. Glänzende Siege, weise Ge-setze und Institutionen, eine blühende Verwaltung, eine strenge,aber gerechte Regierung haben diesen Fehler zugedeckt, und ohnedaß sie darum vergessen wären, denn in das Buch der GeschichteWird alles eingetragen, dieselben wieder gut gemacht.

Friedrich lebte seit dem Frieden von Breslau von dem Schlacht-felde entfernt und schien eö ganz vergessen zu haben; er halte eSaber keineswegs aus den Augen verloren und beobachtete es genau,indessen er die Akademie zu Berlin wiederherstcllce und mehr derAbwechslung wegen als aus Neigung, schlechte französische Versemachte, denn er hatte nun einmal einen großen Haß auf die deut-sche Sprache geworfen, ohne jedoch durch die Art wie er in derfranzösischen schrieb, den Vorzug, den er ihr gab, zu rechtst«!-gen *). Marie Theresie hatte, nachdem sie mit Friedrich durchdie Ueberlaffuog von Schlesien fertig war, Rußland, Sachsen undEngland in ihr Interesse gezogen, erlangte große Vortheile überBaiern und Frankreich und brauchte nun ihren Innern Verdruß ge-

») In de» 8ouvenirn ck'un eitaz-on von Formet), findet man mehrereBillets, die Friedrich an ihn geschrieben hat und sowohl durch ihreOrthographie als ihre Germanismen sehr spaßhaft sind. Hätteirgend jemand anders als Formel) sie drucken lassen, so könnte mansich Bosheit und Betrug bei der Sache denken. Er aber war im-mer und bei jeder Gelegenheit der aufrichtige Bewunderer Friedrichs;auch ist seine Gutmüthigkeit zu bekannt, als daß hierbei der min-deste Zweifel statt finden dürfte. Diese Billets beweisen, daß Vol-taire ihm nicht z» viel that, wenn er mit mehr Wahrheit alsHöflichkeit sagte: der König lasse von ihm seine schmuzige Wäschewaschen.