Fürst seiner Zeit, hatte ihm durch sein Beispiel Lehren der Oeko>nomie gegeben, die nicht vollkommener seyn konnten. Er hatte im2ahre 1713 alle Prachteffekten und Mobilien seines Schlosses vei"- >kauft und die größerer Staatöämter unbesetzt gelassen, um die Emo.lumence zu ersparen. Alle Angestellte, deren Aemter man nicht alsdurchaus nothwendig erkannte, wurden verabschiedet. So bliebFriedrich dem Zweiten nichts mehr zu veräußern übrig, aber dafürei» voller Schatz und die schönste Armee in Europa, die dabei andie allerstrengfte Disciplin gewöhnt war. Man hätte nach dieser
Vorliebe für daS Militair glauben sollen, daß Friedrich Wilhelmein Eroberer, ein Krieger seyn müsse, aber nach dem Geize warennun einmal Soldaten «Manövrcs und Evolutionen seine herrschendeLeidenschaft. Die größte Sorgfalt wendete er auf seine Garde.
Um bei dieser dienen zu können, mußte man das Maß von 6 Fuß ^haben. Die Leute wurden um jeden Preiß dazu geworben, daSwar sein einziger Luxusauswand. Da aber die längsten Menschennicht immer die tapfersten und nicht allezeit diejenigen sind, welchedie größten Beschwerden ertragen können, so begann Friedrich derZweite mit einer Reform des Ricsenregiments, wie die Garde seinesVaters genannt zu werden pflegte. Seine erste Sorge nach Be-steigung des Thrones betraf die Armee und die Finanzen, oder dasBudget; denn obschon dieses Wort damals so wenig erfunden, alsdie sich darauf beziehende Wissenschaft gekannt war, so besaß dochFriedrich die letztere schon; er fühlte, wie nöthig cs sei, die Plänemit den AussührungSmitteln, die Einnahme mit der Ausgabe inHarmonie zu bringen, mir einem Worte, alles vorher zu sehen,sicher zu stellen und vorzubereiten. Sobald er nun fand, daß derglückliche Zustand seiner Finanzen es gestatte, so verstärkte er seineArmee von 60 bis auf 80000 Mann, spähete selbst bei den Aus.ländern nach -Offizieren, die durch ihre milicairischen Talente sichberühmt gemacht hatten und zog sie an sich. Dieses Verhaltenbrachte auf die Vermuthung, daß Friedrich den Krieg und Erobc«rungcn lieben werde und er rechtfertigt diese Vermuthung bald.
Wir haben an die Lebensverhältnisse Friedrichs, welche seinerGelangung zum Throne voran gingen, erinnert, um die Mecamor.phose, die dann mit diesem Fürsten vorging, desto anschaulicher zumachen. Es mußte selbige um so mehr überraschen, als er bei derThronbesteigung sogleich das Schloß Rheinsberg verließ, das mandie Wohnung der Musen nannte, weil er dort sein Leben mittenunter Menschen zubrachte, die als Kunstgenosscn und Gelehrte be»rühmt waren.
In dem Leben Napoleons sind frühere Verhältnisse dieser Artnicht vorgckommeii. Er halte keineswegs die Aussicht auf den Be.