24. August 1816.
Die Verhelratbung IoubertS brachte ilin >« die Intrlauc» rer Reitbabn
und veranlaß!-, daß er zum General en Chef der italienischen Armee
ernannt wurde. Bd. 8. S. 40.
Hier ist ein merkwürdiger Jrrthum. Zwischen der VermählungdeS Generals Joubert mit Mademoiselle von Montholon und dessenTode sind nicht vierzehen Tage verstrichen und es ist also physischunmöglich, daß er hierdurch in die Intriguen der Reitbahn gefallensei. Der Gang der Ereignisse war, wie man gleich sehen wird,ganz ein andrer.
Die französische Armee hatte im Juli 1799 schon einen gro-ßcn Lheil Italiens verloren und die Direkcorialregiervng, derenDauer von unsern Siegen abhängig war, sah ihren Untergang vorAugen. Die allgemeinen Anstifter sahen wohl ein, daß die öffent-liche Gewalt ganz unfehlbar in die Hände eines Generals fallenmüsse, und warfen ihre Blicke auf Joubert, der ein sanfter, schwer-fälliger, in keiner Weise ränkesüchtiger Mann war; sie konntenglauben, daß er sich von ihnen leiten lassen würde. Allein da siedoch fanden, daß er noch nicht Ruf genug habe, so ließe» sie ihmdas Kommando der italienischen Armee übertragen; hierbei sollte ersich Hervorthun und sobald er einen Sieg erfochten haben würde,nach Paris kommen, um ihren Plan auszuführcn und sich an dieSpitze der Regierung zu stellen. Erst nachdem er zum Obergeneraldieser Armee ernannt war, vermählte er sich mit Mademoiselle vonMontholon, reiste dann sogleich ab, und zwar nach Genua, wo derGeneral Moreau, den er ablösen sollte, ihm das Kommando über-gab. Am 15. August 1799 bekam er in der Schlacht bei Novieinen Schuß in die linke Seite. Vorwärts, meine Freunde! immervorwärts! so rufce er noch aus und dann fiel er. Er war erst30 Jahre alt und mit Napoleon in einem Jahre geboren, welchernun den Plan, wovon wir sprechen, ausführen sollte. Inzwischenmußte dieser, als er sich am 17. August 1799 , zwei Tage nachJoubertS Tode, nach Egypten einschiffte, davon seinerseits unter-richtet seyn, sei es von der Parthei, welche Joubert vorwärts brin-gen wollte, und in dieser Voraussetzung sich deS eisten besten be-dient haben würde, oder von einer andern. In keinem Falle aberwurde Joubert In Rücksicht seiner Vermählung zum Obergeneral er-nannt, vielmehr erhielt er in Folge dieser Ernennung die Hand derMademoiselle von Montholon. Seine Witwe heirachece späterhinden General Macdonald.