Druckschrift 
Nachtr., 2 (1825)
Entstehung
Seite
23
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scyn. Alle Agenten deS päpstlichen Hofes wären reich dotirt wor-den, um durchaus nichts dabei zu verlieren. Napoleon wollte, daßParis eine einzige mit keiner andern zu vergleichende Scadt, daßsie der Sitz der Kirche werden und zugleich die Meisterwerke derWissenschaften und Künste, die grüßten Museen enthalten sollte.

Napoleon hatte für das Ceremoniel sehr Vieles bewilligt, weiler wohl wußte, wie sehr daö heilige Collegium darauf hält. Erhatte die Kardinale für die ersten Staatspersonen anerkannt. Sietraten bei Hofe ledermann vor und eS war Befehl gegeben, daß eSbei jeder Feierlichkeit so seyn solle. Herr von Pommcrcul, demPräfekten der 2ndre und Loire war dies am mehresten zuwider. SeinErzbischof war der von TourS, ein Herr von Barral, von welchem wei-ter oben schon die Rede gewesen lst. Die ministeriellen Znstrukeionenmachten es ihm zur unerläßlichen Pflicht, der Procesflon des Frohn-leichnamfestes beizuwohnen. Seine Stelle war unmittelbar hinterdem Erzbischöfe; er konnte davon nicht abgehen. Der Prälathatte sich einen violetfarbnen Rock mir einer ungeheuer langenSchleppe machen lassen. Ein Chorknabe sollte sie nachtragen. DieProcesflon setzt sich In Bewegung. Herr von Pommcrcul kommt,nimmt den ihm gebührenden Platz ein und läßt, seine Instruktionvorzeigend, den jungen Schleppenträger austreteo, weil der Präfektunmittelbar hinter dem Erzbischöfe gehen muß. Die Verlegenheit,welche nun die auf der Erde forrgezogene, bisweilen ganz in Scaubgehüllte Schleppe verursacht, übertriffk jede Vorstellung. Anstatt zudem Pompe des Schauspiels brizutragen, wie dies geschehen seynwürde, wenn sie majestätisch nachgetragen worden wäre» wurde sienun zu einem Gegenstände des Skandals und des Gelächters, weilsich der Herr Präfekt einen solchen Schuljungenstreich erlaubte.

Man muß, zu Vervollständigung der höchst Interessanten Anga-ben des Herrn von Las CaseS, die nähern Verhältnisse kennen, wiesie zwischen dem Lberhaupce der Kirche und Napoleon bestanden,und dabei dir Noten des letztem über das Werk: Die vierConcordace, so wie über die kn London hcrauSgekommenenSchriften, besonders ln Betreff der Aushebung deS Papstes und daöConcilium von 1811, berücksichtigen. Diese Aufhebung ist alsnothwendig für des Papstes Sicherheit dargestellt, weil bei demStreite, der sich bei seinem Palaste zwischen den französischen Trup-pen und den Soldaten des heiligen VaterS entspann, der letztere ingroße Gefahr kam, da allerdings die Kugeln keinen Menschen re-spektiren. Merkwürdig bleibt jedenfalls das immerwährende LobPius deS Siebenten in dem Munde und der Feder Napoleons.

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