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Nachtr., 2 (1825)
Entstehung
Seite
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einen Thron, auf welchen er sich setzte. Als die schwedischen StändeIm Jahre 1810 von ihm einen französischen Prinzen begehrten, weilnach dem Tode des Prinzen von AugustuSburg, sobald der regie-rende Fürst stürbe, die Krone ohne Erben seyn würde, so bezeich-net« Napoleon' ihnen Bernadotte, den er schon zum Prinzen vonPonte-Corvo ernannt hatte. Diese Erhebung war nicht so auffal-lend; Napoleon hatte schon mehrere KLnige geschaffen und hierhandelte sichS blos um einen Kronprinzen. WaS aber allerdingsalö etwas höchst Merkwürdiges erscheint, ist, daß sich Bernadottenach dem Falle aller jener Könige allein aufrecht erhält, da cs dochso leicht wäre, ihm seinen Vorgänger, dessen Rechte so offenbar ausdem Systeme der Legitimität hervorgchen, zum Nachfolger zu geben.

Vor einigen Jahren erschienen Memoiren für die Ge-schichte Karls des Vierzehnten, Königs von Schwe-den (Bernadotte), von denen man glaubte, daß deren Herausgabediesem Fürsten durchaus nicht fremd gewesen sei. Allein es ist jawohl nicht möglich, daß er cs zugegeben haben würde, ganz noto-rische Thatsachen zu verläugnen. Es wird nämlich in diesen Me-moiren gesagt, die schwedischen Stände hätten für angemessen ge-halten. ihm Schwedens Schicksal anzuvmraucn und er sei zumThronfolger Karls des Dreizehnten berufen worden, weil Frankreichdamals sich auf der höchsten Stufe seiner Macht befunden hätte.Don Napoleon Ist dabei gar nicht Rede und nicht ein Wort davonerwähnt, welchen Llnthcii er an der Sache gehabt habe. Gleich-wohl ist weltbekannt, daß sie ihm keineswegs fremd war. Der Er-zähler fügt selbst hinzu, daß Napoleon mit dieser Wahl sehr unzu«frieden gewesen wäre und nur darum cingewilligt hätte, weil erdadurch einen Nebenbuhler loS geworden sei. Sonach gesteht manaber rin, daß auf seine Einwilligung etwas ankam. Was die Ne-benbuhlerschaft betrifft, so erscheint solche wohl zu der Zeit, da jeneWahl statt fand, als lächerlich. Napoleon befand sich auf derhöchsten Staffel seines Ruhmes und vermählte sich eben damals miteiner Erzherzogin von Dcstcrrelch. Was hätte er wohl von demPrinzen von Ponte. Corvo zu fürchten gehabt? — In dem erstenBande der Memoiren des Grafen von Montholon findet man in-teressante Bemerkungen über die Geschichte KarlS des Vierzehnten,welche Napoleon diktier hat (S. 209—222). -Letzterer zeigte sichübrigens hierbei im Widerspruch mit seinem.Grundsätze, daß mansich in Staatsangelegenheiten von dem Einflüsse der Weiber freihalten müsse. Denn alles was er für Bernadotte lhat, geschah,wenn man ihm hierinnen glauben darf, in Ansehung dessen Frau,der Schwester der Gattin Josephs. Um ihrentwillen gab er ihmdas Fürstenthuin Ponte-Corvo u. s. w. ES könnte wohl von bei-