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DIeS ist die wahre Geschichte, die am Hofe der Königin Annavon Oesterreich vorgefallen ist, der aber Herr von L. C. letzt eineandere von Marie Anroinetten unterschiebt. Die Sitten jener Zeit,der Ton, der an den damals umherirrenden vor der Fronde zit-ternden Hofe herrschte, der zudem noch gar nicht den feinen An-strich hatte, welchen er erst bald nachher durch Ludwig den Vier-zehnten erhielt und endlich der Charakter-Roquelaure's, welcher nichtselten die Schicklichkeit opferte, um etwaL Witziges zu sagen, ent-schuldigte einigermaßen die Parodie, welche er sich erlaubte. Alleinwas Anna von Oesterreich unter den angegebenen Umständen dul-den durste, wäre von Seiten Marien Antoinettens nicht zu entschul-digen gewesen, und diese Antwort Roquelaure'S würde, wenn mansie einem Höflinge dieser Fürstin in den Mund legen wollte, odervielmehr, wenn solche wirklich gegeben worden wäre, beweisen, daßman sich in ihrer Gegenwart sehr frei habe ausdrücken können.
Das Bestreben, diese Königin In einem nachtheiligen Lichte zuzeigen, läßt mich fürchten, daß jene Anekdote nicht ohne Absichtaufgewärmt worden sei. Bei der Wahrheitsliebe und Genauigkeit,der sich unser Geschichtschreiber rühmt, ist das allerdings sehr är-gerlich. 3ch möchte lieber glauben, daß wirklich, wie man behaup-ten will, sein Gesundheitszustand und besonders sein Augenübel ihngenöthigc habe, die Feder bisweilen einer fremden Hand zu überlassen.
Es dürste übrigens die Bemerkung nicht überflüssig seyn, daßdiese Anekdote von dem Marschall d'Hocquincourt in den Memoirender Frau von Motteville steht, dort aber statt Roquclaure's derHerr von Soyecourt alö der Dorbringer jenes Witzes genannt ist.
§. 76.
2. August 1816.
Der Graf von S.... Bd. ?. S. 75.
Der Graf von S...., den der Verfasser des Tagebuchs sonachnicht nennt, ist der Graf von Segur. Er ist in allen Scenen, woihn Herr von Las Cafes austretcn läßt, in seiner wahren Rolle —ein warmer Freund,, rechtlich und wahrheitliebend, der aber stets dieFormen der Höflichkeit und des guten ToneS beibehält.