Hermincnic (sie nimmt ihn ab, streuet die Pfeile um sich her, laßtden Köcher hinsinken und seht sich unter den Pfeiler nieder). Du (sien-eiSt auf die Pfeile), oder du, oder auch du.
Ifläwona. Was sagst du?
Hcrminonc. Ich sagte nur, dieser Pfeil, oder der, oderjener hätte Wild zum Siegsmahle gefällt, wenn die Fürstenheut nicht weiser nnd klüger gewesen wären, als Hermann:und nnn sag' ich, daß mich die Römerinnen wegen der vie-len Fragen dauern, die sie erst thun müssen, eh sie erfahren,wer denn die eine Fürstin in der gvldneu Fessel sey. Ha!in der Fessel, meine Mutter! (Sie nimmt einen Mn auf, be-steht ihn und hält ihn gegen die Brust). Senke dich, senke dich,blanker Pfeil! Hermiuone zögert, und hat nicht sterben ge-lernt ?
Istawoiia (sie reißt ihr de» Pfeil weg). Libnsch, die andernweg, schnell die andern auch weg!
(Er sammelt sie und wirft sie in'S Gesträuch.)
Hcrminone (steht aus). Meine Mutter, du weißt doch,daß die Triumphfesselu starke Fesseln sind? Die kannst dumir nicht nehmen; aber ich kann diese Stirn damit zerschmet-tern! Ha! die vier hohen Rosse mit der fliegenden Mähne,und die gen Himmel wiehern! und hinter ihnen der stolze,fürchterliche Wagen, und hoch oben auf dem Wagen der Cäsarmit dem Lorbeer (tauml' ihn herunter, Wodan)! und umund um, unter Blumen nnd Opferdampf, in und vor undans den Palästen, den Tempeln, die Römerinnen! UndWen sehen sie? auf Wen heften sie die Blicke des tödteudenStolzes? Auf meine arme Mutter Jstäwona! auf ihre armeTochter Hermiuone! (Libnsch tritt wieder an seine Stelle) und achauf Thusnelda selbst! Auf euch auch, Diener der Götter,Libnsch! Brcnno!