ganze Seele von blutiger Wonne voll ist; denn er sieht nunkeinem gewöhnlichen Siege entgegen, sondern einem, der aufzwei Tage folgt, an denen sie so Vieles rächen wollten, undso sehr der Rache vergessen mußten, daß ihnen nichts übrigwar, als für ihr Leben zu fechten!
Gambriv. Was sagte er da Alles? Ich hörte es nichtrecht; denn ich trank eben.
Latwald. Wie man dir doch zuweilen die Dinge ohneMaß un.d Ziel deutlich machen muß! Du hörtest recht gut,was er sagte; du verstandest es nur nicht. Ich will es direrklären. Bringt ihm ein volles Horn! Noch eins! Bringtmir auch eins. Trink! Das andre auch, wenn du magst?
Gambriv. Warum aber zwei'auf einander? Was willstdu damit?
Latwald. Nun, so besinn' dich, ob du es magst odernicht, besinn dich, besinn dich!
Gambriv. Ei was? Ich trink es! Warum trinkst dudeins nicht?
Latwald. Ich? (Er gießt eö weg.) Höre, Gambriv, daserste Horn hatte Cäsar eingeschenkt, und das trank (dustelltest ihn vor) der Feldherr der Gallier. An dem zweitenHorne schenkt jetzt Cäcina ein, und das wirst du, zu deinemeigenen Vergnügen, zu deinem Gedeih», zu deiner Fröhlich-keit, vom Rande bis zum Boden anstrinken!
Gambriv. Marse! so bald Dieß vorbei, und alle dasVolk drüben todt und ihr Feldherr gefangen ist; so führe ichKrieg wider dich!
Latwald. Dank dir, o Hertha, Göttin des Friedens,daß ich diesen Krieg nicht haben werde.
Ärpc. Laß uns hinüber schicken, Hermann.
Hermann. Ist Horst hier? Geh hinüber, Horst.