Lntwald. Und mich däucht, daß deine Trinkhörner im-mer größer werden, und du sie immer tiefer leerst!
Hermann. Laß ihn von Sonne zu Mond reden! Aber,o Arpe, mein Bundsgenoß, da Varus weder dich noch michbesiegte, wie ist es möglich, daß du eine solche Stimme mit-zählst? Doch, du zählst wohl überhaupt nicht mit. Du weißtes nur zu sehr, und ich merke es nur zu sehr, daß du alleinda bist.
Ingomar. Allein, Sohn Siegmars, den ich, als Knaben,bald bei dem Arm und bald bei dem Fuß aus dem Bache zog?
Malmend. Ich frag' auch, Hermann. Doch, antwortenicht. Du wolltest uns nicht beleidigen. Du scheinest sehrgewiß davon zu seyn, daß es Cäcina wie Cäsar im Sinnehabe. Woher kommt dir diese Gewißheit?
Hermann. Daher kommt sie mir, daß es der Krieger,welcher das vierzigste Mal zu Felde geht, nicht anders machenwird, als er es allein machen kann. Es ist seine einzigeHoffnung. Jede andre, an die er sich halten wollte, wäreStrohhalm. Aber glaubt mir nicht; untersucht es selbst.Schickt zu Cäcina hinüber. Er wird den Gesendeten nichtannehmen; denn wie könnte er uns sein Lager sehn lassen?aber er schickt gewiß zu uns, um sich zu erkundigen, waswir ihm wollen. Da ihr einmal so fest entschlossen sepd, undeuch also Cäcina's einzige Hoffnung keinen Kummer macht;so kann es euch wenigstens Belustigung seyn, wie sich derRömer drehn und wenden wird, euch zum Lagersturme zureizen und eure Absicht auszuforschen. Und verrathet ihrihm diese durch euren hohen Ton, oder sagt ihr sie vielleichtgar in der Hitze gerade heraus; so könnt ihr zugleich bemerken,wie er da mit aller Kraft streben wird, daß sich sein bitteresLächeln nicht in Hohnlache verwandle, weil ihm dann die