Druckschrift 
7 (1844)
Entstehung
Seite
178
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soll, sondern sich dann nur seiner Thusnelda erinnern, wenner des Tyrannenblutes so viel vergießt, daß sie keine Triumphehalten können!

Theude. Mann, du sprichst wie ein Gott!

Der Chazer. Denn ' alsdann werden mich die hohenRömerinnen nicht vor dem schrecklichen Todeswagen sehn!

Hermann. Geh, ich halte es nicht mehr aus! Laßt ihnnoch leben.

Ingomar (zu einem KriegSgefä'hrten). Sage zu den Jüng-lingen, daß er noch nicht sterben soll.

Hermann. Weißt du auch, Herminvne, wie Thusneldavor dem Cäsar stand, da sie ihm Segest übergab, er, nunnicht mehr allein der Verräther seines Vaterlandes, sondernauch ihr Verräther? Unter den hohen Fürsten stand sie, abermeines Sinnes, nicht seine Tochter, sondern mein Weib,zu stolz um zu weinen, kein bittender Laut; den Feuerblick(ach, ich kenn' ihn wohl) auf den schwängern Leib, auf ihrungebornes Kind, das nun schon Sklav war! Herminone,und zu diesem Allen nun noch der schreckliche Todeswagen!Herminone! jenes Mitleid, durch viel des Tyrannenbluts denstolzesten aller Verhöhnungen, den Triumphen Einhalt zuthun durch unversiegende Wunden ohne Zahl, durch Tvdes-wunden ohne Zahl das Mitleid werden heute die Führerunserer Heere mit ihren Fürstinnen nicht haben!

Hern,inane. Ich versteh' dich nicht.

Hermann. Wir wollen nicht mehr davon reden.

Istämona. Ich aber will das fürchterliche Geheimnißwissen.

«Sambriv. Das Geheimniß ist kurz dieß: Wir wollendie Römer in ihrem Lager vertilgen, und Hermann will mitihnen noch im Walde herumziehen.