Druckschrift 
7 (1844)
Entstehung
Seite
19
Einzelbild herunterladen
 

19

Darda.

Hör' auf, ich sinke,

Und mein Gebein erstarrt.

Salomo.

Verwünsche dem Tode mich!Das thu'; doch fluche deinem Freunde nicht!

Denn was ich sagt', ist mir nicht ganz gewiß;

Doch däucht mich's wahr! Nach langer Nächte Grübeln,Fand ich nichts Anders aus, wenn ich den GutenErdulden, und den Bösen glücklich sah!

Dardn.

Gott der Götter! verzeih's, wenn ich nicht würdigVon deiner Weisheit rede. Sind denn einstNicht Strafen und nicht Lohn? Ist dieses LebenDenn nicht des Lebens Kindheit, daß die SeeleDort ewig lebt? Und dann: der gnädigste.

Der weiseste, der mächtigste, der ersteVor allen Göttern, aller Götter Schöpfer,

Nennt er sich selber nicht der Menschen Herrn?

Und welches Zeugniß gleicht dem hohen Zeugniß,

Das sich der Gott der Götter selber gibt?

Salomo.

Du schreckest mich! Und ach, wofern ich irre,

So ist's ein tiefer, grauenvoller Abgrund,

Worein ich fiel. Doch höre mich, und flucheMir nicht. Wer lehrt dich denn, daß, nach dem Leben,Das du des Lebens Kindheit nennst, ein andersUnd ewiges sey? Enthüllte Moses dieß?

Auch leugn' ich nicht, daß unsre Väter glaubten,

Der Schöpfer lasse sich herab, ein Herr