Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
Seite
388
Einzelbild herunterladen
 

388

Umgang, Ihre Freude, Ihre Wohnung, Ihre Aussichtenund noch tausend andre Sachen vor, die ich Ihnen itzt nichtalle schreiben kann. Ich kann mich auch bei diesen Vorstel-lungen wieder freuen, ob ich gleich vor einiger Zeit von derFreude glaubte, daß sie nicht mehr für mich da wäre. InBetrachtung meiner Liebe geht mir's, wie den Königen, dieman für glücklich hält, und die es doch nicht sind. Sic,und mein liebster Schmidt hielten mich für gewiß glücklich;aber ich bin es nicht. Ich kann jetzt davon weiter nichtssagen, als daß ich Sie recht zärtlich bitte, ja Fanny nichtanzuklagen. Ich werde also Ihre großmüthige Freundschaftannehmen, und zu Ihnen kommen.

Ich habe Ihr Packet zwar noch nicht erhalten, aber desH. Heß Schrift ist mir von dem hiesigen Buchhändler zu-geschickt worden. Was für Rcichthümer des Lobes hat erüber mich ausgeschüttet, und wie freundschaftlich hat derliebenswürdige Mann dieß alles gethan! Aber wenn dasinonstrsri cügito hier eine gewöhnliche Sache wäre, so würdeich mich nicht getrauen, auszugehn. Es wohnt in unsrerNachbarschaft ein alter Lizent. der Medicin, der hat einst ineiner Gesellschaft gesagt; Cs wäre eine große Ehre für dieStadt, daß sie mich in ihren Mauern hätte. Seit dem zu-fälligen Gedanken gehe ich hinten durch den Garten, daßmich nur der Mann nicht sieht. Wenn ich nach Leipzigkomme, werde ich mich wohl incognito daselbst aufhalten.Hier kann ich mich noch so ziemlich öffentlich sehen lassen.Vor nicht langer Zeit, da Meiers Veurtheilung hier be-kannt wurde, haben (zu meinem großen Vergnügen wegendes sichern Ausgehns!) eine ziemliche Anzahl Advokaten aufdem Gerichtssaale behauptet, daß Meiers Schrift eineSatyre wäre, und sie haben unter sich einen Einzigen armen