Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
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384
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des Lesens gänzlich fehlte. Ein Jüngling, der ein liebens-würdiges Mädchen sähe, und es ans einmal für sich geborenfühlte, wäre glücklicher als die Mntter des Mädchens, diecs geboren und auferzogen hätte. Sagen Sie ihm ferner,daß ich von ihm besonders zu wissen verlangte, ob er denAbbadona selig haben wollte? Mit Meistens Gedichtehaben Sie mir eine rechte Freude gemacht. Fauny hat esauch gelesen, und es so lieb gewonnen, daß ich ihr das Ma-nuskript habe schenken müssen. Die Stelle von der Nachtigallund von der himmlischen Doris haben meine ganze Seelebewegt. Kleist muß nothwendig sein Gedicht vollenden.Der König konnte wieder zu Felde gehn. Nach dem Ge-danken, daß Kleist bleiben könnte, wäre mir nichts traurigerals die Vorstellung, daß auch seine Landlust unvollendetwäre. Wie hoch ehren Sie mich, daß Sie der Evangelistmeines Messias sepn wollen. Wissen Sie aber auch, daßSie Ihre Lehre mit Wundern bestätigen müssen, und zwarmit keinen geringen Wundern? Sie verstehen mich, wasSie aus den deutschen breiten Köpfen machen müssen.Wenn Sie das werden gethan haben, so werden Sie nurhalb so viel Beredsamkeit brauchen.

9 .

Klopstock an Bodmer.

Langensalza, 7. Juniuö. 1749.

Ich habe nunmehr Ihre neuen kritischen Briefe er-halten. Fahren Sie fort, mich zu unterrichten. Es ist mir