Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
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so finde ich einen Freund, der mich wieder in mich selbst zu-rückruft. Aber ich gehe gleichwohl mit langsamen Schrittenin mich selbst zurück, und sehe mich noch immer nm. DieSchmerzen der Liebe (denn diese sind meine Hanptnnrnhe)sind so was Großes, daß sie es verdienen, so viel Gewaltüber mich zu habein Diejenige, die ich liebe, ist jetzo amhärtesten gegen mich; harter, als da ich das erstemal an Sieschrieb. Ihr Brief, die Empfindung, daß ich so edel undheilig liebe, und alle meine Religion, machen, daß ich hiebeinicht ganz unglücklich bin. Die wenigsten von diesen Em-pfindungen weiß sie; oder wenn sie einige davon entdeckt, soläßt sie mich nicht wissen, daß sie sie entdeckt hat; sie ist aberfähig, sie alle zu fühlen. Wie würde sie Ihren Brief em-pfinden, wenn ich ihn ihr lesen dürfte; und wenn sie michliebte, wie würde sie mich mit ihren seelenvollen Augen an-sehn! Sie hat eine gewisse Schönheit, die sie von allen andernunterscheidet. Ich kann Ihnen das jetzt nicht anders sagen,als daß sich diese Schönheit völlig zu meinen Liedern auf sieschickt. Vielleicht war ihr Laura ähnlich, die so sehr nachder Unsterblichkeit dürstete. Die Rad ikin, von der ich dieseAeilen in meiner Ode gesagt habe:

Ach, warum starbst du, göttliche Radikin!

Schön wie die junge Morgcnröthe,

Heilig und still wie der Sabbath Gottes!

gehört in diese Ordnung von Schönheiten, ob sie gleich vonandrer Bildung war.

Sie ist jugendlich schön; nicht wie das leichte VolkRosenwangichter Mädchen ist,

Die gedankenlos blühn, nur im VorübergehnVon der Natur, und im Scherz gemacht;