Swedenborg war einmal in Kopenhagen. Unsere Damenließen mich nicht eher in Ruhe, als bis ich ihn besuchte; dennmir selbst lag nichts daran, ihn zu sehn: er war kein Ge-genstand der Neubegierde für mich. Wem sind Leute, dieder Stolz auf diese Art verwahrloste, nicht schon aus derGeschichte bekannt? Ich fiel gleich anfangs dadurch bei ihmin Ungnade, daß ich zum Ankäufe seiner theuern Quartantenkeine Lust hatte. Ich schritt gleichwohl zur Sache, und batihn, sich mit einem meiner verstorbenen Freunde zu bespre-chen. Er sagte mit einem Tone, der noch langweiliger, alsseine Art sich auszudrücken, war: „Wenn Jhro KöniglicheMajestät, der jetzt regierende König von Dänenmark, Frie-drich der Fünfte" (ich setze kein Wort hinzu) „mir allergnä-„digst beföhlen, mit Höchstderoselbeu verstorbenen Gemahlin,„Jhro Majestät, der Königin Luise" . . Ich unterbrach ihn:„Wer also kein Fürst ist, dessen Freunde mögen immer in„der anderen Welt sepn; der Herr von Swedenborg würdigt„sie feines Gespräches nicht." Ich ging; er sagte noch: „Wenn„Sie weg sind, so bin ich gleich wieder in der Gesellschaft„der Geister." „Ich hätte Unrecht," antwortete ich, „wenn„ich nicht eilte. Denn sie sollen durch mich keinen Augen-blick verlieren, den Sie in so guter Gesellschaft zubringen„können."
Ich weiß wohl, daß in der Vorrede zu SwedenborgsSchriften kein Wort von diesem Besuche Vorkommen wird;aber deßwegen erzähle ich ihnen auch nicht davon, sondernallein in der Absicht, damit Sie desto genauer einsehen, daßich des Zutrauens, welches Sie mir gezeigt haben, völligunwürdig bin. Ich muß noch hinzusetzen: daß selbst Männer,die ich mir über Ihnen und Swedenborg denken kann, nichtim Stande wären, mich zur Annahme und Ausbreitung