man einige Bücher schreiben, um Eins zu vertheidigen. Wennman nur für Viele, und nicht für die Meisten schreibt,so kann man sich auf die Einsicht und die Billigkeit dieserLeser genug verlassen, um von solchen falschen Urtheilen, wiescheinbar sie auch seyn mögen, nichts befürchten zu dürfen.Sie werden ohnedieß bald vergessen. Die gute Schrift bleibt,und wird gelesen, ohne daß der etwas spätere Leser das ge-ringste davon weiß, daß sie einmal ein wenig bestäubt wor-den ist.
Lycias. Einige Bücher zu schreiben, um Eins zu ver-theidigen, das wäre freilich viel von einem Skribenten ge-fordert. Auch ist solches für die spätcrn Leser unnöthig, dasgestehe ich. Aber gute Schriften, die, ich will nicht sagen,für die Meisten, sondern nur für Viele geschrieben werden,werden auch nur selten solche Anfälle erdulden müssen, alsdiejenigen sind, zu denen meiner Meinung nach ein Verfassernicht ganz schweigen sollte. Eben darum, weil cs etwas Un-gewöhnliches ist, eine Schrift, die sich besonders in ihrenAbsichten ausnimmt, angegriffen zu sehen, möchte die Kritik,wenn sie auch nicht gegründet ist, zu viel schaden können,wenn nicht geantwortet wird.
Kliton. Daß ein guter Autor bei gewissen Angriffennicht ganz schweigen soll, dawider habe ich weiter nichts, alsdaß er die Mitbrüder des Kritici dadurch reizt, ihre Lanzeauch zu versuchen, und daß also des Geschwätzes immer mehrwird. Da unterdeß die Kritik in dem angeführten Fallewirklich mehr schaden könnte, so gehört er mit unter dieAusnahmen, die ich von der allgemeinen Regel mache. Einesolche Antwort müßte aber sehr kurz seyn, und den Leser durchdie Berührung einiger Einwürfe zu Schlüssen auf die übrigenbloß veranlassen. Ihr Verfasser müßte eben nichts dawider