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und unsre eigne Erfahrung überzeugen uns hiervon. Ichwill, um meine Gedanken genauer zu bestimmen, diejenigen,die das wahre Publikum ausmachen, in zwo Ordnungen ab-theilen. An der ersten gehören die, welche so sehr berechtigtsind, den Werth eines Werkes zu bestimmen, daß sie gleichim Anfänge, wann dasselbe Werk bekannt gemacht wird, dießihr Endnrtheil fällen dürfen. Daß ich von denen, welche diezweite Classe ausmachen, nicht klein denke, beweise ich da-durch, daß ich keine dritte zugebe. Alle Stufen, die weiterheruntergehn, gehören für den großen Haufen. Die Art,wie sie der zweiten folgen, hat Virgil beschrieben, wenn ersagt: Der nächste; aber in weiter Entfernung, dernächste. Ich nenne, um mich in der Folge kürzer auszu-drücken, jene ersten, Richter; und die vom zweiten Range,Kenner. Ich rede itzt nur von Richtern und Kennern inAbsicht auf die schönen Wissenschaften. Die Begriffe, die ichmir von einem Richter mache, sind diese.
Sr hat von der Natur eine starke Anlage, Geschmack zuhaben, bekommen. Diese reiche Fähigkeit hat er durch dasLesen der Meisterstücke der schönen Wissenschaften und durchUmgang mit den wenigen ans der großen Welt, die wirklichdazu gezählt zu werden verdienen, oder wenn cs ihm hierzuan Gelegenheit fehlte, durch eine richtige Kenntniß von derArt zu denken, die diese seltnen Männer haben, nicht alleinausgebildet; sondern er ist auch so weit gegangen, daß erdas Schöne, bis auf seine ersten Linien, durch Grundsätzebestimmt hat. Und da seine Grundsätze, bei aller ihrerFeinheit, gleichwohl noch Wahrheit geblieben sind; so ist seinGeschmack so gewiß, so vielseitig und ausgebreitet, daß ersich auf jede Denkart einzulaffen, und verschiedne Werke, nachder ihnen eignen Wendung, diese liege in der Hanptidee,