dem, was mich betrifft, habe ich so rein vergessen, daß ichwohl eher, wenn mir Augenzeugen davon erzählten, ziemlicheZeit mit der Unwissenheit eines Fremden zuhörte, bis mires endlich gewöhnlich kleine Umstände, und die dann sehrlebhaft zurückbrachten. Sogar Briefe, und nicht etwa gleich-gültige, sondern Briefe an Freunde habe ich beim erstenDurchlesen bloß an meiner Hand gekannt.
Wenn mir meine Freunde von dem, was sie von mirwissen, dasjenige anzeigen wollen, was ihnen in die Lebens-beschreibung zu gehören scheint, so werde ich doppelt Nutzendavon haben. Sie werden mich an manches, das ich nichtmehr wußte, erinnern; und ich werde von ihnen unter dem,was mir bekannter, als ihnen ist, wählen lernen. Es istihnen unverwehrt, mich auch zum Aufzeichnen dieses undjenes, das sie wissen möchten, und das ich sonst vielleichtübergehen würde, durch Fragen zn veranlassen.
Vorzüglich angenehm werden mir Nachrichten von Ein-drücken, die meine Arbeiten auf Ungelehrte gemacht haben,und Erinnerungen an Zeiten seyn, da wir so recht von Grunddes Herzens mit einander glückselig gewcjen sind. Ich erkennees mit inniger Dankbarkeit, daß ich es oft in meinem Lebenund im hohen Grade gewesen bin. Auch habe ich mirsmanchmal zum eigentlichen Geschäfte gemacht, tief anwendbardarüber nachzudenken, was---- — —
Mürz 1800.
Nicht Wenige haben mir ihren Wunsch gesagt, daß ichmein Leben schreiben möchte. Wenn ich dieser Erzählungauch nur einige Bildung gäbe und sie nicht ganz ohne Wärme