Warum Klopstock fein Leben nichtgeschrieben habe.
Aus der „Auswahl aus Klopstocks Nachlaß"(Leipzig bei Brockhaus 1821) 2. Th. 3g. S.
Am 3ten Scptbr. 1776.
Ich kenne wenig Sachen, die schwerer sind, als seineigenes Leben zu schreiben. Man soll umständlich seyn (dennein kurz hingeworfenes Leben ist keins) und zugleich selbstden Schein der Eitelkeit vermeiden. Gleichwohl muß ich michaus verschieduen guten Ursachen dazu entschließen. Eine der-selben ist diese: Man hat mir nicht selten dieses und jenesvon mir erzählt, das zwar recht schmeichelhaft für mich,aber doch wenigstens zur Hälfte, oder gar völlig falsch war.Solche Erzählungen können mehr von mir herumgehen, alsmir bekannt geworden sind. Eine gute Lebensbeschreibung,das heißt nur, die in Hauptsachen umständlich und durch-gehends genau wahr ist, trifft diese Erzählungen auf ihremWege an, und macht, daß sie nicht weiter in Betrachtungkommen. Ich wünsche, daß mir meine Freunde bei dermeinigen helfen. Ich bedarf diese Hülfe; denn manches von