Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
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sagen mag: aber was sind denn die größer» Vorstellungendieser erhabnen Geister? Sind sie viel mehr, als Frauen-zimmer mit Flügeln? Ich wenigstens kenne nur sehr wenigeAusnahmen. Waren denn die Griechen nur allein fähigin den Köpfen und in den Stellungen ihres donnerndenJupiters alles, was erhaben ist zu vereinigen? ES ist einerder sonderbarsten Kontraste, daß wir, die wir keine Engelvorzustellen missen, uns doch unterstehen, Gott den Vaterzu malen. Es gehört zwar nicht eigentlich hieher zu bemerken,daß dicß auch der größte Künstler niemals unternehme» sollte;untcrdeß kann ich doch nicht unterlassen zu sagen, daß esbeinahe wider die Religion ist, dieß zu thun, und außerdem unmöglich ist, dieser Vorstellung nicht völlig zu unter-liegen.

Die obige Anmerkung zu bestätigen, daß wir Frauen-zimmer mir Flügeln, für Engel, malen, dient im hohenGrade ein Stück von Paul Veronese in einer Heirathder heiligen Catharine. Der Engel spielt auf derLaute. Man nehme ihm die Flügel und den Glanz auf demKopfe; so ist er eins von den jüngsten Frauenzimmern.

Domini cus Zampicri hat einen Adam und Eva ge-macht, die gerichtet werden. Adams Stellung und Mienehat etwas Gemeines, indem er auf Eva weist, daß sie ihnverführt habe.

Eben so etwas Gemeines haben alle drei Gesichter aufeinem Gemälde von Raphael, das Maria, das Kind Jesnm,und den jungen Johannes vorstellt.

Lucas Congiagi hat Christum am Kreuze gemalt,der eben ausruft: (die Worte stehen darunter) Mein Gott,warum hast du mich verlassen? Es ist so -vortrefflichgemacht, daß die Worte darunter nicht nöthig wären. Er