Druckschrift 
10 (1844)
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geglaubt worden sind, hindert, daß wir sie nicht als alle-gorische Personen denken mögen; sondern sie würden auchmeistenthcils sehr gezwungne und unvollständige Bilder vonallgemeinen Begriffen seyn. Nun stelle man sich ein Gemäldevor, auf dem wirkliche Personen, allegorische und mythologischewären. I, E. Leoni daö werde vom Mars nach Ther-mopplä geführt. Die Freiheit streue Blumen vor ihmher; und die Unsterblichkeit winke ihm von der Spitzeder thermopylischen Gebirge entgegen. Erst Levnidas! Einsehr ernsthafter und wahrer Gedanke, der unsre ganze Seeleintereffirt. Ein großer Mann, der wirklich einmal gelebthat, und sich nicht etwa nur der Gefahr für sein Vaterlandzu sterben ansgesetzt hat; sondern der einem gewissen Todefür dasselbe entgegen gegangen ist. Und nun Mars. Wassoll Mars bei ihm? Wir bemühen uns vergebens, ihn inder Gesellschaft des Lconidas gern zu sehen. Er ist ein bloßesPhantom für uns, ob wir gleich wissen, daß ihn die Griechenfür einen Gott gehalten haben. Soll er den Krieg bedeu-ten? Wie viel verderbt uns diese in Panzer gekleidete ab-strakte Idee. Eben so ist es mit der Freiheit und derUnsterblichkeit. Sie sind etwas Fremdes, etwas Fabel-haftes, das wir bei dem. wirklichen Leonidas nicht habenmögen. Er steige mit dem Ernste und der Ruhe, mit derer sich für sein Vaterland anfopfert, das jähe Gebirge hin-auf. Einige junge Spartaner begleiten ihn voll Ehrfurchtund zurückgehaltnen Ungestüm; einige erwarten ihn oben,und schmücken sich zum Gefechte, oder werfen ihm Lorbeer-kränzc entgegen, die sie in das Blut eines noch rauchendenOpferthiers getaucht haben.

Ich bin untcrdeß nicht so sehr gegen die Allegorie, daß ichnicht zugestände,daß der Geschmack in unfern heutigen