Ganzen machen, das die unangenehme Bewegung der Ein-sylbigkcit wenigstens verbirgt, wenn es sie auch nicht völligunmcrklich macht.
Minna. Cs ist, wie ich sehe, nicht leicht, die einsylbigenWorte gut in der Poesie zu brauchen.
Selm er. Das Schwere liegt nicht in ihrem Zeitmaße,denn das ist bestimmt genug; sondern in der Vernachlässigungunsrer Dichter, in welcher sie so weit gegangen sind, daßselbst die prosaische Deklamation ein wenig dabei gelittenhat. Diese Vernachlässigung ist dem Zeitmaße unsrer mehr-sylbigcn Worte weniger nachtheilig gewesen. Daher ist csnicht die Ungewißheit desselben, sondern die Vertheilung derLängen und Kürzen in den mehrsplbigen Worten, welchemacht, daß uns einige Versarten der Griechen immer schwerbleiben werden.
Heiners. Also sollte man sich auf diese Versarten garnicht einlassen.
Selmer. Wenn sie schön sind; so müssen sie demDichter erlauben, daß er sich auch von ihrer Schwierigkeitreizen lasse.
Es gehört nicht zu unscrm Zweck, uns bei der Prosodieunsrer Sprache anfznhalten; gleichwohl will ich doch ein paarAnmerkungen darüber machen. Und diese sind, daß dieStellung der einsylbigen Worte bisweilen ihr Zeitmaß ver-ändert. Sie sprechen: Geh hin, rufs laut. Hin und lautreißen hier das sonst lange Geh und rufs gleichsam mitsich fort. Es bekömmt zwar keine schnelle Kürze dadurch;aber es verliert doch so viel von seiner Länge, daß es imVerse, wenn keine lange Sylbe vorhergeht, als kurz ange-sehen werden muß. Aber ein folgendes zwcisylbiges WortÄlopsliick, vermischte Schriften. 12